Teamtour Sommer 2018 nach Rumänien

Freitag, 20. Juli 2018, 04:45 Uhr. 

Das Team auf Reisen, doch diesmal ausnahmsweise nicht nach Holland und auch nicht nach Skandinavien, sondern auf dem Weg zum Flughafen Düsseldorf um von dort aus nach Bukarest zu fliegen. Da unsere gemeinsame Herbsttour in diesem Jahr wegen beruflicher Verpflichtungen ausfällt, hatten wir uns bereits im letzten Jahr dazu entschieden gemeinsam den rumänischen Zandern auf den Zahn zu fühlen. Für mich war dies bereits die 12. Tour an diesen See, und durch meine Berichte aus der Vergangenheit waren die Erwartungen im Hinblick auf die möglichen Fänge, vor allem die Stückzahlen, natürlich unweigerlich hoch. Zu hoch? Einzig Daniel hatte durch eine Tour mit mir vor mittlerweile auch schon wieder drei Jahren Erfahrung am Gewässer.

Die Anreise klappte problemlos, selbst der Flieger war entgegen einiger Befürchtungen pünktlich. Gute Stimmung war auch vorhanden, es gab sogar Teammitglieder die den Tag ziemlich früh mit einem kühlen blonden begannen. Am Flughafen Otopeni in Bukarest wurden wir bereits erwartet und fortan kämpften wir uns durch den dichten Verkehr, der mal wieder teils zu Pferd unterwegs war,  in Richtung unserer Unterkunft direkt am See.

 

Nachdem die Zimmer bezogen und die Boote startklar waren verloren wir keine Minute und setzten unseren Plan in die Tat um auch am ersten Tag noch ein wenig zu fischen. Da Guido und Dieter an diesem für Bootsfahrer durchaus tückischen Gewässer keine Erfahrung hatten, waren Daniel und ich zunächst „Kapitän“. Schnell stellte sich allerdings heraus, dass der See ca. 1m mehr Wasser hatte und somit die vielen Hindernisse unter Wasser nur an wenigen Stellen eine echte Gefahr darstellten.

Beide Boote blieben zunächst dicht beisammen und schon bald flogen die Köder Richtung Horizont. Nein, ok, meist Richtung Ufer um die Kanten abzufischen. Alles blieb ruhig, keine Aktionen waren zu verzeichnen. Naja, nun mal nicht ungeduldig sein! Danach trennten sich unsere Wege. Ich fuhr mit Dieter in einen etwas weiter entfernt liegenden Bereich, und es dauerte auch nicht lange und der erste Zander schnappte sich meinen Köder. Was für ein brachialer Einschlag in der Rute, dafür fahren wir hierher. Die rumänischen Zander haben irgendwie ein bisschen mehr drauf als ihre niederländischen Artgenossen. Wir konnten in den nächsten 3 Stunden 14 schöne Zander fangen, als Topfisch landete Dieter sogar einen 76er, welcher für dieses Gewässer schon eine Ausnahme darstellt. Oder war es diesmal anders? Dazu später mehr…

Wenig später gesellten sich auch Daniel und Guido zu uns, denn sie hatten bisher überhaupt nichts gefangen. Trotz relativer Nähe zu unserer Angelstelle gelang es lediglich Daniel durch den Fang eines schönen Zanders den Bootsschneider noch abzuwenden, während bei Guido nichts half. Premiere, noch nie hatte hier jemand das Boot ohne Fang verlassen.

Am Ende des ersten Tages also ein sehr differenziertes Bild, aber das war ja nur ein erster Kurzzeitversuch.

 

Wie gewohnt verwöhnte uns die Küchenchefin am nächsten Morgen mit einem üppigen Frühstück, hungrig geht hier niemand vom Tisch weg… Zuvor zeigten sich im Morgengrauen zwei Jungfüchse, von denen ich einen sogar fotografieren konnte.

Der Plan für den zweiten Tag: Boot 1 mit Daniel und Guido in den rechten Teil des Sees, Dieter und ich in den linken. Es konnte nicht unterschiedlicher laufen, während Dieter und ich bis zur Mittagspause schon wieder 12 Fische fangen konnten, blieben Daniel und Guido ohne jeden Fischkontakt. Auch die „12“ war nun für die hiesigen Verhältnisse keine große Zahl, hatten wir in der Vergangenheit doch auch schon oft 12 pro Stunde und Angler (!). Auffallend war a) die wirklich hohe Durchschnittsgröße und b) dass es überhaupt nur in einem Bereich Aktionen gab. Alle Versuche an anderen Plätzen blieben auch bei Dieter und mir völlig erfolglos. So kamen also zum Mittagessen mit Daniel und Guido zwei völlig frustrierte Krieger zurück in die Lodge.

Nach dem Mittagessen tauschten wir die Rollen. Dieter und ich nach rechts, Guido und Daniel nach links in den einzigen bisher fängigen Bereich. Leider tauschten wir auch die Rollen in Sachen Fänge. Egal welche Stelle ich mit Dieter ansteuerte, es war nichts zu holen. Im Ergebnis also kein weiterer Fisch für Dieter und mich, dafür aber zum Glück die ersten Zander bei Daniel und Guido. Es lag also nicht an den beiden, was uns alle auch gewundert hätte.

Am Abend des ersten ganzen Angeltages blieb also die Erkenntnis, dass bisher nur eine einzige Stelle Fische brachte, diese aber dafür eine recht hohe Durchschnittsgröße hatten. Es sollte die ganze Woche so gut wie keine Fische unter 50cm geben, und das war schon ungewöhnlich, denn bei all den guten Fängen der letzten Touren waren auch eine ganze Menge kleinerer Zander dabei.

Was war hier los? Das hohe Wasser? Das ungewöhnlich wechselhafte Wetter, welches wir eigentlich als angenehmer empfanden als die durchgehende Hitze ohne Wind die man hier für gewöhnlich antrifft?

Tag 3 führte uns dann alle, wie sollte es auch anders sein, in die „produktive Hälfte“. Alle fingen Fisch, und wir fanden noch einen zweiten Platz der Aktionen hervorbrachte. Topfisch des Tages ein 80er Zander bei Daniel, der erste 80er Zander den ich hier überhaupt gesehen habe – ungewöhnlich! Gut 20 Fische waren das Tagesergebnis , zu viert! Für diesen See eigentlich ein Witz, aber hier war diesmal alles anders, soviel stand schon jetzt fest.

Die nächsten Tage brachten kaum Veränderung, wir versuchten es gleich zur Dämmerung vor dem spät bestellten Frühstück – mit Erfolg. Ob es allerdings daran lag kann man schlecht sagen. Fest steht aber, dass ein angeln vor dem Sonnenaufgang in der Vergangenheit kaum Sinn machte, diesmal fingen wir Fische! Wir arbeiteten uns an den bisher sage und schreibe 4 (!) Stellen ab, die weniger oder mehr Fische brachten. Alle anderen Plätze die wir regelmäßig testeten blieben wie tot. An manchem Tag war der „Lagerkoller“ nicht weit, weil man schon jeden Grashalm am Ufer mit Namen kannte. Entschädigt wurden wir mit weiterhin tollen und kampfstarken Fischen. Auch beim Thema Artenvielfalt konnten wir uns nicht beklagen, die Zanderfänge wurden angereichert durch einen schönen Schuppenkarpfen, einen 1,3m langen Stör sowie einen kleinen Wels. Dieter konnte einen zweiten Zander mit 76cm landen.

Auch wieder Kampfbrassen am Start...

Storch und sehr viele Pelikane !

Auf der Flucht vor einem Regenschauer in einer Behausung für die ansässigen Hirten und deren Vieh.

Seltsame Geschöpfe...

Der Kragenbär im Team laughing

Die Abende verbrachten wir regelmäßig am Billardtisch, es wurden Turniere ausgetragen und Legenden geschaffen !

 

Der letzte Tag brachte uns dann neben guten Zandern noch die eine oder andere Überraschung. Dieter und ich waren an eine sehr hindernisreiche Stelle gefahren (eine der 4…) Nachdem einige schöne Zander den Weg ins Boot gefunden hatten, erhielt ich einen weiteren heftigen Biss. Schnell war klar dass es sich hier nicht um einen Zander handelte. Nach 20minütigem Drill mit etwas Glück am feinen Zandergeschirr zeigte sich ein Wels von 108cm an der Oberfläche (gemessen habe ich nicht an der Oberfläche sondern später im Boot wink). Ich mag diese Fische nicht, aber er hat sich gut verkauft und durfte natürlich aufs Foto.

Nur kurze Zeit später, fast an der gleichen Stelle, wieder ein heftiger Anbiss. Und wieder zeigte der Fisch ungeahnte Kräfte zu Beginn des Drills. Schon wieder ein Wels war unser Tipp, aus meinem Mund kam nur: „Bitte nicht schon wieder so ein Viech!“ Dann aber ähnelten die Kopfschläge doch eher an einen Zander, und ehe wir unsere Erwartungen so richtig ändern konnten, kam auch schon eine fette Zandermutti an die Oberfläche. So sehr es mir egal gewesen wäre wenn der Wels noch ausgehakt wäre, so nervös wurde ich bei diesem Anblick. Da wir hier keinen Kescher zur Verfügung haben und alle Fische mit der Hand gelandet werden müssen, war der Adrenalinpegel noch etwas höher als gewöhnlich in diesen Situationen. Es klappe – der Fisch war sicher in meinem Griff! Wow, fett ! Das Maßband zeigte zwar „nur“ 83cm, aber dieser Zander war wohl der urigste seiner Art den ich bisher fangen konnte.

Auch das andere Boot fing einige Zander, wurde jedoch ebenfalls noch mit etwas besonderem „beschenkt“. Guido konnte an einer flachen Kante mit reichlich Totholz einen Wels mit 1,3m haken und mit etwas Glück und gelöstem Anker während des Drills auch landen. Da Guido ja eine ausgemachter „Welsfan“ ist, hat dieser Fisch beim richtigen angebissen. Somit war dieser letzte Tag mit drei Ausnahmefischen und insgesamt gut 20 Zandern noch mal ein schöner Abschluss.

Fazit: Nichts bleibt wie es war, und vielleicht ist das auch gut so. Ein bekannter deutscher Angler hat mal ein Video herausgebracht mit dem Titel „Ohne Fortschritt keine Fische“, da ist wohl was dran…  Die Anzahl der gefangenen Zander war für dieses Gewässer mit ca. 160 Stück enttäuschend, was aber natürlich auch an hohen Erwartungen lag. Die Durchschnittsgröße war deutlich höher als bei den letzten Touren an dieses Gewässer. Sehr seltsam war dass es nur ganze 4 Stellen gab, an denen wir überhaupt Fische fangen konnten, davon zwei mit sehr wenig und zwei mit vielen Aktionen. Woran es gelegen hat werden wir wohl nie erfahren, aber es war insgesamt ungewöhnlich anspruchsvoll in diesem Jahr. Trotzdem haben wir wieder sehr schöne Fische fangen können und die Kampfkraft und Größe der Zander hat für die fehlende Menge schon weitestgehend entschädigt.

Kai

 

 

 

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