Raubfischnet(te) Geschichten (18)

Mitte Oktober 2018 , wieder einmal bin ich mit Birgit für eine Woche in Holland. Natürlich steht wieder Angeln auf dem Programm, aber ebenso haben wir ein paar Tagestouren ohne das Boot geplant. Das Wetter? Na, wohl eher sommerlich, absolut ungewöhnlich für diese Zeit, aber wir wollen uns nicht beschweren!

Meine Mission für die ersten beiden Tage war trotzdem sehr besonders, denn wir hatten Birgits Neffen hier bei uns, die sich beide sehr darauf freuten mich für einen Tag auf dem Boot zum Angeln zu begleiten.

Samstag, 13.10.2018

Um halb sechs klingelte der Wecker, aber für Matthis war das kein Problem. Binnen weniger Minuten waren wir beide bereit für die Abfahrt. An der ersten Kreuzung dann so ein Gedanke bei mir - Mist, die Kühlbox mit den Köderfischen im Flur stehen gelassen! Also schnell nochmal zurück. Naja, wir verloren nur gut 10 Minuten. An der Slippe kamen wir trotzdem zeitig an. Als Matthis schon im Boot saß und auf mich wartete, suchte ich verzweifelt nach meinem Handy. Das hatte ich doch gerade noch in der Jackentasche! Es war dunkel, Matthis hatte sein Handy nicht dabei und so konnten wir es nicht klingeln lassen. Hätte auch nichts geholfen, es war lautlos gestellt... Im letzten Moment, zum Glück noch bevor das nächste Boot einslippte, entdeckte ich es kurz vor der Wasserlinie auf dem Boden. Wahrscheinlich war es mir beim Eintrailern aus der Tasche gefallen. Puh - Glück gehabt, es war unbeschädigt.

Mit etwas Verzögerung also erreichten wir unseren Angelplatz. Ich platzierte die Anker und erklärte Matthis einiges zu Methode und Taktik. Schon bald lagen unsere Köder im Wasser. Lange dauerte es nicht und mein Köder der rechten Rute wurde vehement genommen. Der erste Meterfisch des Tages blickte bald in die Kamera, mit 1,01m ein guter Start!

Wenig später hatte ich noch mehr Glück, denn ein wirklich guter Fisch schaffte es fast sich mit Hilfe des Ankerseils zu "enthaken", aber es gelang mir trotzdem ihn zu landen. Mit diesem Fisch von 1,11m war der Tag schon jetzt top!

Nachdem nun erst einmal etwas Ruhe einkehrte erklärte ich Matthis noch ausführlich die Herstellung einer Naturködermontage, aber wie es so häufig ist, wir wurden dann doch von einem weiteren Anbiss unterbrochen. Auch dieser Fisch war mit 94cm ordentlich!

Wir beendeten unser kleines Seminar und endlich bekam auch Matthis seinen ersten Hecht an die Angel. Bis kurz vor den Kescher kam der Fisch, um uns dann den Köderfisch im hohen Bogen entgegen zu spucken, weg war er. Matthis gab nicht auf und wurde wenig später mit einem Fisch von 95cm belohnt. Dass dies der bisher größte Fisch seines Lebens war muss hier eigentlich nicht erwähnt werden, auf jeden Fall war er happy!

Am späten Vormittag konnte ich dann noch einen 80er fangen, danach beendeten wir den Angeltag, aber natürlich nicht bevor Matthis noch etwas mit dem Boot fahren durfte.

 

Sonntag , 14.10.2018

Zweiter Tag, und diesmal war Luca zu Gast an Bord. Köderfische? Hatten wir sofort mitgenommen! Handy? Wurde heute nicht verloren! Konsequenz? Deutlich früher am Platz. Dieser Umstand half uns aber zunächst nicht, denn es dauerte 1 1/2 Stunden bis zur ersten Aktion. Die zweite Aktion kam dann gefühlt 10 Sekunden später, und schon bald hatte ich zwei schöne Hechte zusammen im Kescher. Luca hatte es geschafft den zweiten Hecht zu keschern obwohl der erste schon darin war. Ein lustiger Anblick, von dem leider kein Foto exisiert. Es war dann aber auch ein wenig hektisch, und es versteht sich von selbst, dass danach beide Ruten neu montiert werden mussten, totales Vogelnest frown. Mit 99cm und 101cm waren es wohl Geschwister. Ich jedenfalls war glücklich kurz nacheinander zwei schöne Hechte vor die Kamera halten zu dürfen.

Danach kehrte wieder die Funkstille ein, die schon vor dieser doppelten Aktion herrschte. Wir nutzten dies für das zweite "Hakenbindeseminar" laughing.

Es dauerte eine ganze Weile bis endlich auch bei Luca der erste Biss kam. Ganz gekonnt drillte er den Fisch, aber dieser zeigte leider erstaunlich wenig Gegenwehr. Manchmal sind ja auch große Fische am Anfang nicht besonders kampfstark, aber diesmal waren es die satten 62cm Länge des Hechtes, die einfach nicht mehr zuließen... Aber egal, Hauptsache ein Hecht!

Auf dem Wasser wurde es wegen des sommerlichen Wetters immer voller und so packten wir unsere Sachen. Luca durfte sich natürlich ebenfalls noch als Bootsfahrer betätigen bevor uns seine Eltern, Matthis und Birgit an der Slippe empfingen. Wieder ein toller Tag!

 Dienstag, 16.10.2018

Nachdem Birgit und ich gestern die Umgebung weiter erkundet haben, unter anderem mit einer tollen Wanderung durch einen wahrhaft königlichen Wald, stand heute wieder Angeln auf dem Programm. Unseren urprünglichen Plan zum Fluss zu fahren und die Zander zu ärgern setzten wir wegen der miserablen Fangberichte und des niedrigen Wasserstandes nicht um, stattdessen ging es wieder auf Hecht. Bei diesem Sommerwetter musste ich nicht viel Überzeugungsarbeit leisten damit Birgit sich darauf einließ.

Ich entschied mich für einen anderen Gewässerabschnitt als in den ersten beiden Tagen. Der Weg zur Slippe war nicht ganz so weit und zum Glück war der Schlagbaum auf als wir ankamen. Dort ist es immer ein Risiko wenn der Verantwortliche spät aufsteht...

Noch im Dunkeln machten wir uns auf den Weg durch das extrem flache Wasser und kamen doch recht schnell am Angelplatz an.

Der Tag empfing uns mit wunderschönen Eindrücken.

Unter Wasser ging nichts, keine Aktion in den ersten 1 1/2 Stunden. Hm, falsche Entscheidung getroffen? Birgit sagte nach einer Weile, dass Sie Ihren Köder nochmal neu platzieren wollte. Baaam, beim Einkurbeln knallte ihr ein Hecht darauf. Tatsächlich blieb der Fisch auch bis zum Ende hängen und fand sich schon bald in den Maschen des Keschers wieder. Ich enthakte den Fisch, und nach ein paar kurzen "auffrischenden" Hinweisen zum Greifen und Halten des Hechtes schritt Fängerin Birgit zur Tat. Fand der Hecht nicht so doll, anscheinend mochte er Birgit nicht, denn ehe wir uns versahen ging der Fisch auch schon über Bord und verschwand. Zumindest die Länge kann hier exakt genannt werden, denn ich hatte den Fisch gemessen bevor Birgit "übernahm". Mit 88cm ein guter Start, aber dass der Fisch den bewegten Köder genommen hatte ließ mich noch mehr an der heutigen Taktik zweifeln. Naja, wir harrten natürlich aus.

Etwas später war es dann wieder Birgit die einen Biss erhielt. Diesmal auf den am Grund angebotenen Köderfisch. Nun wollte Sie es mal ganz cool machen. Im Sitzen und viel zu schnell setzte sie den Anhieb. Zu meinem Erstaunen blieb der Fisch zunächst hängen, verabschiedete sich aber dann doch wie von mir befürchtet nach einer Minute vom Haken. Schade, ein guter 90er wird es wohl gewesen sein. Ich klärte sie dann nochmal auf wie es vielleicht bei der nächsten Chance besser ginge...surprised

Als nächstes war ich an der Reihe, ein schöner 92er durfte vor die Kamera.

Tatsächlich bekam Birgit noch Ihre dritte Chance, und diesmal machte sie alles richtig. Nach souveränem Drill konnte ich einen fetten 97er für sie einnetzen.

Wir beendeten diesen Angeltag gegen Mittag, bei absolutem Ententeichwetter und zunehmender Wärme. Letztere können wir gerade im Vorgarten unseres Ferienhauses bei einer Tasse Kaffee und Muffins in vollen Zügen genießen. Morgen fahren wir wieder raus, und da habe ich mich für volles Risiko entschieden und werde eine früher sehr produktive Stelle anfahren die seit einiger Zeit enttäuscht. Aber die Akkus sind genügend aufgeladen und wir könnten jetzt sogar mal einen Schneidertag verkraften. Wer nicht wagt...

Mittwoch, 17.10.2018

...der nicht gewinnt! Wie gestern geplant steuerten wir heute den Platz an, von dem wir bei den letzten Touren ein ums andere Mal sehr enttäuscht wurden, volles Risiko! Nach ungefähr einer Stunde kam schon der erste Biss bei mir, und Birgit netzte nach kurzem Drill eine Dame von exakt 100cm für mich ein. Aber was war das? Auch meine andere Pose ging auf Wanderschaft! Anhieb, saß! Zweiter Fisch im Drill, erster Fisch noch im Kescher "zwischengeparkt". Schon bald waren beide Fische im Kescher, was für ein Anblick...

Das war mal Hektik pur! Aber am Ende war bis auf den obligatorischen Schnursalat in solchen Situationen alles gutgegangen. Zweimal vor die Kamera bitte!

Lange musste auch Birgit nicht warten, bevor Ihre Pose abtauchte. Diesmal ohne Vorankündigung. 99cm schlanke Power !

Schon jetzt konnte man sagen, dass der Platz offensichtlich wieder funktionierte.

Über dem Wasser bildete sich mittlerweile Nebel, Athmosphäre pur!

Als Birgit eine Ihrer Ruten neu platzieren wollte, schnappte sich doch tatsächlich ein Hecht Ihr Rotauge während des Einholens, hakte jedoch kurz darauf wieder aus. Danach tat sich eine Weile nichts, aber es war wiederum Birgit, die den nächsten Biss erhielt. Souverän landete Sie den nächsten Fisch von 93cm.

 

Auch die letzte Aktion des Tages ging auf Birgits Konto, leider stieg der Fisch im Drill aus. Gegen 12:30 Uhr slippen wir dann bei Windstille und Sonnenschein aus. Man darf raten wo es am morgigen letzten Angeltag hingeht...

Donnerstag, 18.10.2018

Leider ist die Urlaubswoche schon wieder fast vorbei. Das ging schnell, weil es so schön war! Gestern Abend haben wir Kees & Ingrid im Nachbarort besucht. Es war sehr gesellig, und bei der Gelegenheit konnte ich auch noch ein paar Köderfische abstauben, denn mein Vorrat neigte sich dem Ende zu. Heute fuhren wir somit das letzte Mal aufs Wasser. Natürlich war das erste Ziel der Platz von gestern. Der Wind hatte gedreht, wehte nun aus Nordost, und ein bisschen kräftiger und kälter. An diesem Platz habe ich bei Ostwind irgendwie nie gut gefangen, heute auch nicht? Um 7:20 Uhr lagen die Köder, zwei Stunden später entschlossen wir uns zum Platzwechsel, nichts war geschehen, absolut nichts!

Am neuen Platz angekommen dauerte es garnicht lange, und eine meiner Posen ging das erste Mal auf Tauchstation. Ein Hecht von 89cm kam zum Fotoshooting.

Der Wind legte zwischenzeitlich nochmal zu, würden die Anker halten? Es blieb nicht viel Zeit darüber nachzudenken, denn schon kreischte der Baitrunner an einer von Birgits Rollen. Der Fisch zeigte starke Gegenwehr, schoss immer wieder in die Tiefe und von links nach rechts. Birgit musste alles geben (nun sagt sie hat sie eine Verspannung im Nacken, aber das ist bestimmt nur ein Vorwand für eine Forderung nach einer Massage). Letztendlich hat Birgit gewonnen und ich konnte eine feine Hechtdame einnetzen. Der nächste Meterfisch für die Gallerie. Das Maßband zeigte 1,05m.

Während des Drills hatten sich bereits beide Anker gelöst, trotzdem versuchten wir es nochmal. Nachdem ich noch einen 80er Hecht fangen konnte entschieden wir uns den Rest des Tages noch im Garten unseres Ferienhauses zu genießen, der Wind hatte mittlerweile BFT 4 erreicht und sorgte für ordentlich Welle.

Eine superschöne Woche geht zu Ende, Buchungspläne für das nächste Jahr werden schon wieder geschmiedet...

Kai

 

 

 

 

 

 

Kommentare   

#2 BestMaude 2018-10-27 13:09
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#1 Birgit 2018-10-16 12:51
:D Ich möchte betonen: drei zu eins für die Frau! Auch wenn nur zwei an Bord und nur eine vor die Linse kam.
Die Hechtdamen waren klar auf meiner Seite!

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