Raubfisch net(te) Geschichten (4)

Endlich war es dann soweit, die erste mehrtägige Tour mit Uli stand auf dem Programm. Bisher war Uli nur ein paar Mal mit auf Tagestour, diesmal sollte es dann die etwas entspanntere Variante sein! Die Wettervorhersage versprach uns ein goldenes Herbstwochenende mit Tendenz zu Spätsommer. Mich beschlich da gleich so eine böse Befürchtung - Nebel !

Bereits am Freitagabend bezogen wir nach einer störungsfreien Anfahrt unsere Unterkunft. Bei einem Schlückchen Glühwein klang der Abend dann auch schnell aus. Wecker auf halb 6 und - schlafen!

Am ersten Tag ging es, wie geplant, auf den Fluss. Nebel? Nein, kein Nebel... Schönstes Wetter und wenig Wind. Über den ganzen Tag verteilt angelten wir uns 12 Fische zusammen, nicht sooo schlecht, aber auch nicht berauschend. Selbst unsere Ausdauer am Abend (wir slippten erst in der Dämmerung wieder aus) , wurde nicht so wirklich belohnt. Ein schöner Tag war es natürlich trotzdem, man hat sich ja schließlich viel zu erzählen!

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Am Abend testeten wir eine neu eröffnete Pizzeria und waren kurze Zeit später satt und zufrieden. Mehr als eine Flasche Glühwein war danach auch nicht mehr drin, um halb 10 waren wir beide einfach schon zu müde. Wecker? Ja klar, halb 6...

Der Zweite Tag empfing uns ebenfalls ohne den gefürchteten Nebel, ich hatte mir wohl umsonst Sorgen gemacht! Im Tagesverlauf hatte man dann in der Tat das Gefühl, der Sommer wäre zurück. Keine Brise, absoluter Ententeich. Leider auch kaum Strömung. Und wie sagt der Holländer? Geen stroom - geen vis !

Über den Tag verteilt erkämpften wir uns ganze 4 (in Worten: vier) Fische. Es war extrem zäh. Teilweise schienen die Hotspots geradezu völlig verlassen! So sind sie die Angler , das Wetter passt nur selten. Ab morgen wünschen wir uns Wolken und einen Südwestwind 2-3 , aber auf der Agenda steht wieder Sonne und (fast) Windstille. Naja, vielleicht bekommen die Fische ja trotzdem etwas mehr Hunger als heute!

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Am dritten Tag kam dann doch zu Beginn etwas Nebel auf, aber er verschwand zum Glück relativ schnell wieder.

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Grundsätzlich sollte sich das Wetter heute nicht besonders vom gestrigen unterscheiden, und doch war es erheblich kälter als am Vortag. 3 Grad bei der Ankunft an der Slippe, brrrr....

War uns aber ziemlich wurscht! Das einzige was uns interessierte war, ob auch die Fische wieder so zickig wie am Vortag sein würden. Auf Grund des Nebels mussten wir zunächst einmal mit der Ausfahrt auf den offenen Fluss warten. Also was machen? Klar ! Eigene Hafenausfahrt befischen! Gesagt, getan. Und es sollte sich lohnen. Sehr schnell konnten wir in kurzer Abfolge 4 Zander von ordentlicher Größe fangen.

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Als es dann genügend aufgeklart war, fuhren wir zu einem etwas weiter entfernten Flussabschnitt. Tapetenwechsel war angesagt! Zwischendurch konnten wir einer kleinen idyllischen Bucht aber nicht widerstehen, da musste doch auch was gehen! Es ging aber nichts...

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Gleich die erste Buhne im neuen Abschnitt brachte dann aber einen Zander für Uli.

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Nach zwei weiteren Zandern und einigen Fehlbissen steuerten wir gegen Mittag wieder "bekannte Gefilde" an. Bereits am ersten Spot konnte ich den ersten Hecht der Tour fangen.

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Danach war erstmal absolute Sendepause unter Wasser und wir erinnerten uns nur zu gut an den Vortag... Gute 2 Stunden keine Aktion. Nichts, nada, noppes...

Wir probierten es in der Folge mit Wurfangeln, und nachdem ich einen Fisch kurz vor dem Boot verloren hatte, brachte Uli dann kurze Zeit später den zweiten Hecht des Tages "an Bord" .

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Unsere Taktik für den Rest des Tages hieß nun: Werfen!

An der nächsten Stelle brachte dies bei mir einen mittleren Barsch. Von dieser Sorte stieg bei Uli noch einer aus. Ich feuerte meinen Gummifisch auf volle Wurfdistanz auf ein Plateau. Angejiggt...nochmal...RUMMMS! Das war ein besserer! Nach den wütenden Kopfschlägen zu urteilen wieder eine ESOX. Uli, hol' schonmal den Wagen ...äh... mach schonmal den großen Kescher klar! Bis zum Schluss hatte ich noch Hoffnung auf einen großen Zander, dann war es aber doch wie erwartet ein Hecht. Erster Landeversuch von Uli - drin! Well done mate!

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Für alle die bei diesem Bild an einen Rekordhecht denken: Nein, sooo groß war er dann doch nicht. Aber mit 91cm war Mutti schon in der 1. Liga angekommen.

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Wie am ersten Tag konnten wir insgesamt 12 Fische fangen. Morgen geht es dann nochmal bis Mittag oder so raus. Wir sind gespannt!

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Auch am letzten Tag waren wir schon im Halbdunkel auf dem Wasser. Natürlich versuchten wir es zunächst an der Hafenausfahrt, an der wir gestern einige schöne Fische fangen konnten. Schnell ging mir der erste kleine Zander ans Band, während Uli schon wieder zum Werfen übergegangen war. "Ja, hab' einen" , tönte es zu mir rüber. Kurze Zeit später konnte ich den Kescher unter eine echte "Barschkirsche" schieben. Uli war aus dem Häuschen (ich auch!). Das war mal ganz locker Uli's neuer Rekordbarsch, was für eine Kugel!

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Start nach Maß ! Ich konnte noch einen kleinen Zander fangen, das war es dann aber auch an diesem Spot. Nächste Station war dann die Stelle, an der ich gestern den schönen Hecht fangen konnte. Vielleicht war ja die große Schwester noch da? Wenn wir gewusst hätten welche Bedeutung diese Gedanken noch erlangen würden...

Mein erster Wurf ging wieder auf das flach ansteigende Plateau. Ich jiggte den Gummifisch ein paar Meter - RUMMS ! Kartoffelsack! Der Fisch zog ruhig seine Bahnen, nahm immer wieder Schnuir von der Rolle. Klar - wieder ein Hecht, und zwar ein ordentlicher! Während des Drills scherzten wir, es könnte ja der gleiche wie gestern sein, aber als sich der Fisch das erste Mal kurz komplett an der Oberfläche zeigte, wurden diese Gedanken gleich verworfen. Meterfisch ! Auch vor dem Boot gab' die Hechtdame nochmal richtig Gas und zeigte sich zunächst nicht wieder. Uli stand natürlich schon mit dem großen Kescher bereit und als der Fisch das erste Mal "Flanke" zeigte, war er auch schon im Netz. Uih... weit über der Metergrenze! Aber was war das? Dem Hecht fehlte der halbe Oberkiefer! Nach einer Verletzung sah' das nicht aus, eher nach einem Geburtsfehler. Der Freude über den Fisch tat das keinen Abbruch. Das Maßband zeigte 1,12m - Flussrekord! Für die Kenner: "Perlgrün Mischa"...

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Die nächsten 15 Minuten stellte ich das angeln dann erstmal ein. Die Zeit und die Stimmung genießen war angesagt... An dieser Stelle ging dann auch nichts mehr und wir wechselten noch einmal den Platz. Auch dort zogen wir das Wurfangeln der vertikalen Technik vor, und das sollte sich lohnen. Es begann eine wahre Barschorgie! Die Fische waren zwar alle "nur" Anfang/Mitte 30cm , aber wir hatten in der Tat eine Menge Spaß. Uli war im Fangrausch!

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Irgendwann war der Spuk dann aber natürlich auch vorbei und wir zogen weiter. Es gab' hier und da noch ein paar Aktionen und Uli konnte den Tag mit einem tollen Zander abschließen.

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Glücklich und beschwingt traten wir gegen Mittag die Heimreise an. An diesem (Halb) Tag konnten wir insgesamt 17 Fische fangen. Es waren ein paar tolle Tage, mit anglerischen Höhen und, naja nicht wirklich (anglerischen) Tiefen, auch wenn es am zweiten Tag fangtechnisch nicht so doll war.

Uli, das war eine schöne Zeit mit viel Spaß! Das machen wir in 2016 nochmal ! Ein bisschen enttäuscht bin ich aber eigentlich auch. Keinen Aal gefangen, nicht ins Wasser gefallen. Für's Entertainment musst Du Dir demnächst noch etwas einfallen lassen!

Kai

 

 

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