Raubfisch net(te) Geschichten (5)

Hochsaison! Wieder geht es für 4 Tage raus und diesmal sind es Dieter und ich, die den Fluss unsicher machen. Die Anreise verlief wieder problemlos und nach einer warmen Suppe und ein,zwei  Glühwein ging es früh in die Falle. Eigentlich ist es für den Glühwein fast noch zu warm - immer noch sind die Luft- und Wassertemperaturen weit oberhalb von 10 Grad. Mal sehen, was die Fische dazu sagen...

Tag 1:


...empfing uns mit milden 13 Grad an der Slippe. Der Neumond versprach etwas großes, aber um es vorweg zu nehmen, daraus wurde heute nichts. Trotzdem gab' es auch heute wieder einige Highlights. Man kennt es ja aus Kinderbüchern, was fängt man beim angeln? Einen alten Schuh! Kann ich auch:

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Zu nennen wäre noch ein sehr aufmerksamer Gefährte am Ufer:

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Wir sahen auch mal wieder einen Biber, aber für ein Foto zeigte er sich einfach zu kurz und in zu großer Entfernung

Schöne Fische gab' es natürlich auch.

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Als wir am späten Nachmittag noch Pläne für die letzten Angelstellen schmiedeten, gab' es bei zwei jungen Burschen in einem kleinen Boot einen Notfall. Motorausfall und das mitten auf dem Fluß. Zum Glück kam der nächste große Schubverband erst ein paar Minuten später... Wir schleppten die beiden zu ihrem Hafen ab. Damit war unser Angeltag dann etwas anders zu Ende gegangen als geplant, aber das war natürlich mehr als gerechtfertigt!

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Am Ende des Tages hatten wir uns 21 Fische erangelt. Ein gutes Ergebnis, auch wenn diesmal eher kleine Fische Interesse an unseren Ködern fanden. Morgen gibt es die nächste Chance!

 

Tag 2:

Wir sitzen jetzt, um 16:00 Uhr, schon wieder gemütlich am Tisch. Heute gibt es einen kleinen, wirklich winzig kleinen, Glühwein bereits vor dem Abendessen. Draussen tobt der Sturm, und ab und an kommen einzelne, kräftige Regenschauer dazu. Die Entscheidung den Angeltag heute früher zu beenden war sehr weise...

Aber nun zum Tag! Bereits am Morgen wehte ein kräftiger Wind über den Teich. Die erste Stelle war schon nur noch mühselig zu befischen und wir entschieden uns in einen etwas windgeschützten Bereich weiterzufahren. Regen gab' es zum Glück nur ganz kurz am Anfang, den restlichen Angeltag sollte er uns verschonen und wir konnten teilweise sogar blauen Himmel genießen! Trotzdem machte uns und vor allem mir als "Mann an der Pinne" der starke Wind sehr zu schaffen. Am besten ging es noch wenn wir die elektronische Ankerfunktion des Frontmotors benutzten um die Plätze werfend abzufischen. Nachdem ich einen mittleren Zander eben mit dieser Taktik verhaftet hatte, fuhren wir den "Barschplatz" der letzten Zeit an, um diesen wiederum werfend zu beharken. Ein brachialer Biss brachte dann den ersten sehr schönen Zander.

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Leider waren heute keine Barsche am Platz und ausser zwei weiteren Fehlbissen war nichts zu holen. Wir sammelten uns über die nächsten Stunden mühselig noch ein paar Fische ein. Leider waren viele Plätze wegen des starken Windes kaum oder eigentlich gar nicht zu befischen. Einige Barsche, darunter dieser schöne, waren auch dabei.

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Als sich die ersten dunklen Wolken wie eine Wand am Horizont zeigten, beschlossen wir uns so langsam auf das Ende des Angeltages zuzubewegen. Einen nassen A... für die letzten 1 1/2 Stunden ? Nö, musste nicht sein, schließlich haben wir ja Urlaub!

Wir fuhren eine letzte Stelle an und angelten zunächst einige Minuten erfolglos vertikal. Mich packte dann wieder das Gefühl die Stelle auswerfen zu müssen, musste doch was zu holen sein! Also für die Kenner : "Perlgrün Mischa" dran und auf ging es. Gefühlt der 10. Wurf brachte dann den ersehnten Einschlag. "Dieter, großer Kescher" , kam es wie automatisch aus meinem Munde. Nach kurzem Drill und ehrlich gesagt einer beeindruckenden Kescheraktion von Dieter (der Könner!) , lag' erneut eine Flussmutti vor uns. Das Messen ergab' 1,05m - damit hatten wir nicht unbedingt noch gerechnet. Glücklich packten wir zusammen und slippten das Boot aus. Dann begann es auch schon zu regnen...

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Insgesamt gab' es heute nur 8 Fische, aber unter diesen Umständen und natürlich mit dem tollen Hecht wollen wir mal nicht meckern! Wir hoffen dass wir morgen nicht so ein Horrorwetter haben werden, die Vorhersage läßt einiges hoffen und einiges befürchten...

Tag 3:

Erwartungsgemäß blies uns bereits beim Verlassen unserer Ferienwohnung ein starker Wind um die Ohren. Die Himmelsschleusen blieben zum Glück geschlossen! Im Fluss trieben auffallend viele Äste und sonstiges Treibgut, eine typische Begleiterscheinung bei und nach einem Sturm. Auch die Luft- und Wassertemperaturen waren etwas gefallen. Alles in allem machte uns das "Wetterpaket" nicht besonders zuversichtlich, zumal wir wiederum eine sehr eingeschränkte Auswahl an (vernünftig) beangelbaren Plätzen hatten. An der ersten Stelle gab' es dann einen kleinen Zander, gefolgt von einem Barsch an Stelle 2. Nun, wenn es an jedem Platz wenigstens einen Fisch gäbe...

Dem war aber nicht so. Es war zäh, sehr zäh... Ein Partyschiff erheiterte die Szenerie, nachdem es uns unmissverständlich zu verstehen gegeben hatte, dass wir vor dem von ihm angepeilten Landungssteg mit unserem Boot dümpelten. Ein lautes, sehr lautes Signalhorn!

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Hinterher erfuhren wir, dass es wohl um den Einzug von Sinterclaas ging, oder so ähnlich...

Die nächsten Stellen brachten nichts, unter Wasser erschien alles sehr passiv. Werfen brachte generell keinen Erfolg, die Fische hatten anscheinend wenig Lust sich zu bewegen. Also versuchten wir es mit recht bewegungslosen Ködern und einem ebenso passiven Führungsstil. Wir wollten den Fischen einfach etwas vor die Nase halten und hoffen dass dies doch noch die eine oder andere Attacke auslösen würde.

Am Rande einer Hafenausfahrt dann endlich ein kurzer Ruck in Dieter's Rute. Der Fisch blieb zunächst unten, was auf etwas besseres hoffen lies. Ich hatte so eine Ahnung und machte den großen Kescher klar. Viel kam dann zunächst nicht mehr vom Kollegen am anderen Ende der Schnur, bis, ja bis er plötzlich Schnur von der Rolle nahm! Wir dachten beide sofort dass es wieder ein guter Hecht sei, aber als der Fisch dann erstmalig bis kurz unter die Oberfläche kam war klar: Großzander! Endlich mal wieder ein großer Zetti, die Nervosität stieg und ich legte die Videokamera wieder weg. Filmen war jetzt zweitrangig, der musste so schnell wie möglich in die Maschen! Es klappte dann auch gleich beim ersten Versuch, und ein lauter, gemeinsamer Freudenschrei durchbrach die Tristesse dieses Novembertages.

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Kurze Zeit später glitt dieser wirkllich schöne Fisch dann wieder in sein Element. "Pass gut auf dass Du nicht in den Netzen des Berufsfischers landest, Mädchen !"

Danach später gab' es noch einen kleinen Zander, ansonsten blieb es bis zum Mittag ereignislos. Das war aber zweitrangig. Wir freuten uns immer noch über den tollen Zander und beendeten im Angesicht der anrückenden weiteren Sturmfront den Angeltag. Draußen regnet es und der Wind nimmt noch weiter an Fahrt auf. Morgen werden wir hier BFT 9 haben. Aus diesem Grunde lassen wir den letzten Angeltag auch ausfallen und treten etwas früher die Heimreise an, irgendwann siegt auch bei den Anglern die Vernunft...

Ende November geht es für das ganze Team wieder für 4 Tage zum Hechtangeln, wir hoffen auf weniger Wind!

Kai

 

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