Rumänische Räuber 2012 (live)

Nunmehr schon seit 8 Jahren fliege ich regelmässig nach Rumänien, um dort vornehmlich den Zandern nachzustellen. Verschiedene Angelfreunde haben mich während der Jahre dorthin begleitet. Der Zanderbestand im befischten Stausee ist gewaltig. Auch wenn nur selten mit kapitalen Fischen zu rechnen ist, so ist die Angelei doch extrem kurzweilig und wir hatten schon Jahre mit mehr als 300 Zandern in einer Woche. Nebenbei fangen wir immer wieder schöne Barsche und mit viel Glück auch Hechte, die nicht selten stattliche Größen rund um die Metermarke erreichen. Hauptfisch ist jedoch ganz eindeutig der Zander, der sich im trüben Wasser sehr wohl fühlt. In diesem Jahr begleitet mich Tom, der u.a. auch  in den letzten drei Jahren dabei war.

Tag 1:

Nachdem wir durch sehr ungünstige Flugzeiten bedingt erst nach Mitternacht in der Lodge am See ankamen, war die Nacht dementsprechend kurz. Nach dem Frühstück schnell das Boot hergerichtet und ab ging's. Das Wetter hier ist sommerlich mit wolkenlosem Himmel und Temperaturen über 30 Grad. Die Wassertemperatur ist tropisch, ich habe denke ich noch nie in solch warmen Wasser gefischt. Wir haben den ganzen See für uns, noch nicht einmal ein Karpfenangler ist am See. Die Erwartungen waren natürlich hoch, das kann man leider wegen der Fangerfolge  der letzten Jahre kaum vermeiden. Die Fische zeigten sich jedoch leider äusserst zickig. Trotz eigentlich sehr guter Bedingungen für dieses Gewässer sammelten wir uns über den Tag verteilt (unterbrochen durch ein gutes Mittagessen) "nur" 13 Zander und einen Barsch zusammen. An kaum einem Platz gab' es mehr als ein bis zwei Aktionen - sehr ungewöhnlich. Ob es das extrem warme Wasser ist? Naja, mal sehen wie es weitergeht, es geht ja schliesslich nicht nur um Massenfänge. Wir werden so oder so ein paar erholsame Tage verleben. Einen sehr besonderen Fang konnte Tom mit einer kapitalen Karausche machen, die sich den Gummiköder tatsächlich voll geschnappt hat. Friedliche Räuber Teil 3..

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Tag 2:

Auch heute konnten wir bis zum Mittag nur 6 Zander überlisten. Die Fischerei gestaltete sich mühselig. Für die zweite Tageshälfte überlegten wir uns eine andere Taktik. Die Mittagspause wurde deutlich verlängert, das Abendessen vorgezogen und dafür fischten wir bis Sonnenuntergang. Eigentlich brach die Fischaktivität mit nachlassendem Sonnenlicht hier immer regelrecht ein - wir versuchten es trotzdem. Zunächst fanden wir an einer Stelle einige aktive Fische und fingen in kurzer Zeit mehrere Zander, als Bonus ging mir auch noch ein ca. 70er Hecht an den Haken, der sich aber vehement gegen ein Foto stemmte und etwas "verfrüht" den Weg ins Wasser zurückfand... Wir sammelten uns in der Folgezeit noch den einen oder anderen Zander ein, jedoch tat sich wie befürchtet mit nachlassendem Sonnenlicht immer weniger. Am Ende des Tages hatten wir 16 Zander und den Hecht auf dem Konto. Fazit: Der Knoten ist noch nicht geplatzt...
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Tag 3: Es geht doch...

Heute morgen konnten wir gleich zu Beginn auf einem großen Plateau 10 Zander fangen, in der Folgezeit brachten vor allem die strukturreichen Gebiete einiges an Fisch, aber leider auch so einiges an Materialverlust...

Am Ende des Tages hatten wir 40 Zander und einen Barsch, das erinnert schon mehr an die vergangenen Jahre! Bester Fisch des Tages war ein 72er, den ich aus einem Unterwasserhindernis "herauspflücken" konnte.

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Tag 4: Das Zandermeer macht seinem Namen alle Ehre

Eigentlich ist das mit dem Fischefangen ganz einfach - man muss sie finden! Es war heute heiss, verdammt heiss. Durch den nur sehr schwachen Wind war es mit ca. 35 Grad fast unerträglich heiss, aber zum Glück war nicht nur die Temperatur sehr hoch... 

Während der ersten beiden Tage hatten wir schon fleissig nach Gründen für die eher mageren Fänge gesucht. Wasser zu warm, Sauerstoffknappheit usw. Am dritten Tag lief es schon viel besser, aber was am heutigen Tag folgte...

Bereits gestern hatte sich ein recht kleiner Tiefenbereich als fängig erwiesen, es musste so um die drei Meter tief sein und möglichst einige versunkene Bäume,Mauern o.ä. in der Nähe sein. Heute suchten wir gezielt nach solchen Bereichen und stellten fest, dass die Kombination mit etwas größeren Plateaus dann die perfekte Mischung war. Der Bootstank blieb heute ziemlich voll, denn sowohl am Vormttag als auch am Nachmittag und Abend konnten wir auf zwei derartigen Plateaus richtig abräumen ohne uns großartig vom Platz zu bewegen.

Wir fingen zusammen unglaubliche 131 Zander, 4 Barsche und einen Hecht. Der Hecht sah' wirklich seltsam aus, was mich dazu bewegt hat ein Foto einzustellen, obwohl er nicht gerade der größte war. Diese Menge ist selbst für mich in all den Jahren hier mit Abstand "outstanding". Unter den Fischen waren auch einige sehr schöne Exemplare.

Einen Haken hat die Sache jetzt - es kann kaum noch besser werden...

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Tag 5: Es rockt !

Heute hat die Hitzewelle hier in Rumänien ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht, mit 37 Grad im Schatten! Zum Glück machte eine leichte Brise das Ganze ein wenig erträglich. Aber wir wollen uns mal nicht beschweren.

Die Taktik war natürlich weiterhin klar, also erst einmal wieder auf das Plateau von gestern. Mal sehen ob es dort wieder was zu holen gibt. Es gab' noch was. Wir fischten eigentlich sowohl den Vormittag als auch den Nachmittag nur in diesem Bereich, versetzten das Boot höchstens einmal ein paar Meter. Wenn ich jetzt schreibe was wir gefangen haben werden viele vielleicht sagen, dass es doch recht wenig anglerischen Anspruch haben müsste, aber weit gefehlt. Wir erinnern uns einmal an die ersten Tage... Wenn die Fische gefunden sind und das auch noch in einer großen Konzentration kann man natürlich unheimlich viel ausprobieren. Techniken, Köderformen und -farben, Führungsstile. Es war unglaublich aufschlussreich festzustellen, wie unterschiedlich doch einzelne Köder fingen. So kam es heute weniger auf Farben an, aber um so wichtiger waren Größe und Bewegungsmuster der Köder. Wenn man es nicht selbst erlebt hat glaubt man nicht, dass einige Köderformen nahezu komplett ignoriert wurden, obwohl man sie sicher an einer Menge aktiver Fische vorbeiführte. Köderwechsel - Einschlag! Für die Praxis in heimischen Gefilden snd diese Erfahrungen sehr wertvoll. So haben die Bestände an bestimmten Ködern ganz schön gelitten, sei es durch Verluste in Hindernissen oder vor allem durch die unzähligen harten Attacken der Räuber. Die Bisse waren teils extrem aggressiv und bescherten uns eine fantastische Fischerei.

OK - ich lasse die Katze mal aus dem Sack, ich kann es selber kaum glauben: Wir fingen heute in 7 Stunden Angelzeit 149 Zander und 4 Barsche...

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Tag 6: Hitze ohne Ende

Es war heiß heute, und zwar leider nicht im übertragenen Sinne sondern im warsten Sinne des Wortes. Gab' es gestern noch eine ganz leichte Brise, die es einigermaßen erträglich machte,so war es heute absolut windstill und brachte uns wirklich an unsere Grenzen. Der Tag begann mit der Sichtung eines Pelikans auf dem See. Ab und zu sieht man mal einen oder zwei, aber heute hatte ich die Gelegenheit, bis auf ca. 60 Meter an ihn heranzukommen, was ich natürlich gleich zu Foto- und Videoaufnahmen genutzt habe. Wirklich sehr imposante Vögel, und obwohl sie ja auch Fische fressen, finde ich sie irgendwie total klasse. Ganz anders ist da die Einstellung zum "schwarzen Tod", denn Kormorane gibt es hier natürlich auch so einige...

Nach 2 1/2 Stunden Fischen war für mich um 12:00 Uhr die Schmerzgrenze erreicht. Die Hitze war einfach unerträglich und ich weiss jetzt glaube ich, wie man sich als Brathähnchen fühlt. Schliesslich habe ich Urlaub und möchte hier kein Survivaltraining absolvieren. Tom fischte noch eine gute Stunde bis zum Mittagessen weiter. Durch die Hitze bedingt ging es erst um 18:00 Uhr nochmal für gut zwei Stunden raus, aber es war selbst um diese Zeit noch sehr sehr heiß. Die Fische spielten trotzdem gut mit und wir konnten 49 Zander und 5 Barsche fangen. Seit gestern sitzen am See ca. 20 Karpfenangler, was unsere Angelplatzmöglichkeiten etwas einschränkt. Zum Glück fischen sie recht nah am Ufer und spannen nicht Ihre Leinen über ultraweite Distanzen. Gefangen haben die Karpfenfreaks übrigens bisher so gut wie nichts, bei der Hitze fressen wohl nicht mal die Karpfen. Wie gut dass der Zander sich anscheinend von den hohen Wassertemperaturen nicht beeindrucken lässt.

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Letzter Tag : Zurück auf Los....?

Als ich heute morgen aufwachte, hörte ich so ein komisches Rauschen. Das wird doch nicht etwa der Wind sein? Er war es! Schon am frühen Morgen fegte eine ordentliche Brise über den See. Dann wird es heute wenigstens nicht so heiß, dachte ich. Wir waren sehr gespannt, ob sich auch unsere geschuppten Freunde etwas neues überlegt hatten... Man ahnt es schon - sie hatten!

Erste Anlaufstelle , das "Superplateau", nichts... Wirklich - nichts!!! Unglaublich, wo die letzten Tage noch absolut der Bär steppte, kam ein einziger müder Anfasser. OK, also wieder suchen. Nach erfolgloser Befischung einiger Spots hatten wir noch einen Joker parat , die versunkene alte Polizeistation. In der Tat stehen an dieser Stelle die Grundmauern der ehemaligen Polizeistation des überfluteten Dorfes. Ihr könnt Euch vorstellen, welch' ein Ködergrab man dort vorfindet. Insbesondere bei Wind ist diese Stelle allerdings auch immer wieder gut für schöne Fische. Das Fischen hier ist sehr besonders, erstens weil man sie erst einmal finden muss. Ohne Ortskenntnis recht schwierig. Zweitens weil man dort ganz anders fischen muss. Nimmt man dort normal bestückte Gummiköder, so kann man davon ausgehen, dass man von 5 Würfen 4 Mal hängt und mit hoher Wahrscheinlichkeit den Köder verliert. Der Trick liegt darin, ultraleichte Bleiköpfe zu verwenden und immer nur in einem recht kleinen Radius um das Boot herum zu fischen. So hat man einen recht günstigen Winkel und kann den leichten Köder quasi nur so über die Hindernisse "schweben" lassen. Natürlich muss man trotzdem einiges an Materialverlust einplanen, deshalb ist diese Stelle auch nur "die letzte Lösung". Wir fingen ca. 15 Zander, die allesamt eine schöne Größe hatten. Das alte Polizeiteam hat hier wohl noch etwas mehr Proviant zurückgelassen...

Für mich geht es nach dem Mittagessen nicht mehr raus, es reicht. Heute Nachmittag wird in Ruhe gepackt und noch etwas relaxt. Tom wird wohl nochmal rausfahren...

Am Abend geht es zum Flughafen und hoffentlich pünktlich um Mitternacht dann der Flieger Richtung Köln. Es war eine tolle Woche mit tollen Fängen, mehr als 400 Fische sprechen eine eindeutige Sprache...

Ach übrigens, der Pelikan war heute auch wieder da, zog es aber vor seine übliche Distanz von ca. 200m einzuhalten. Gestern muss er richtig gute Laune gehabt haben!

Bis neulich!

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So kühlen sich rumänische Stippangler ab, und dabei können Sie mit Ihren unberingten Ruten auch noch weiter draussen angeln...

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Halbfinale !!!

 

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