Saisoneröffnung Deutschland 2012

Bereits Mitte April endet im Bundesland Hessen die Schonzeit, und während man bei uns zu Hause sehnsüchtig den 1. Mai erwartet, machte ich mich auf Einladung meines Angelfreundes Tom auf die Reise an einen großen See im benachbarten Bundesland. Am Samstag in der Früh kam ich pünktlich an, schnell noch die Erlaubnisscheine an der Tankstelle abgeholt und dann ab zum See, wo Tom bereits mit dem Boot warten sollte - sollte, denn er kam ein wenig später als geplant und so machten wir gemeinsam alles fertig. Auf dem See ist nur ein Elektromotor erlaubt (ist ja schonmal was für deutsche Verhältnisse), und Tom hatte einen am Heck - und was für einen. Der Torqeedo Cruise 2.0 sollte es mit Tom's Boot tatsächlich auf 10 km/h bringen, unglaublich!

Wir fischten in einer klassischen Frühjahrszone, eine mehr oder weniger überschwemmte Wiese, die bereits wenige Wochen später im Jahr i.d.R. wieder trockenfällt. Auf dem Wasser waren schon einige Boote, aber viel weniger als gedacht - ein schlechtes Zeichen? Bereits beim zweiten Wurf schlug es bei Tom ein, auf einen Zalt im Hechtdekor konnte ein schöner 78er Hecht kurz zum Fototermin gebeten werden. Na, das fing ja gut an!

 

...und hörte auch gleich wieder auf. In den nächsten Stunden passierte bis auf einen "Anfasser" rein garnichts. Auch die anderen Angler schienen erfolglos zu sein. Zusätzlich machte uns das Wetter mit typischen "Aprileinlagen" doch ordentlich zu schaffen. Starke Regenschauer gepaart mit einer steifen Brise machten das Angeln nicht gerade zum Vergnügen. Und dann fehlte auch irgendwie der Motivationsfisch...

Wir wussten sicher, dass die Hechte da waren, zu ideal waren hier die Bedingungen für diese Jahreszeit. Leider waren die letzten Wochen von kaltem Wetter geprägt und das Wasser hatte gerade mal gut 7 Grad, die Fische waren absolut passiv. Zur Mittagszeit wurde von einem anderen Boot mit befreundeten Anglern eine Dame von 1,03m gemeldet. Wenn auch nicht bei uns, so wurde wenigstens doch noch einer der größeren Hechte verhaftet. Glücklicherweise wurde auch diesem Fisch wieder die Freiheit geschenkt. Dass die Hechte in der Mehrzahl wirklich schon abgelaicht hatten, wurde immer unwahrscheinlicher. Auch der Meterfisch hatte noch eine auffallende "Leibesfülle"... Es half alles nichts, für diesen Tag ging uns nichts mehr ans Band und wir machten uns gg. 18:00 Uhr auf in Richtung Unterkunft.

Tag 2:

Der nächste Tag empfing uns mit schönem Wetter und nur einer leichten Brise. Wieder waren erstaunlich wenig andere Boote auf dem Wasser, die schlechten Ergebnisse hatten sich wohl schon herumgesprochen. Am Morgen lag der See wunderschön ruhig da und ich ließ es mir nicht nehmen, ein paar Panoramafotos zu machen.

Es sollte schliesslich bis fast zum Mittag dauern, bis ich die erste Attacke auf meine Buster Jerk über ca. 2m tiefen "Wiesenwasser" erhielt. Hängt...nicht mehr....! Schon wenige Sekunden später war der Spuk wieder vorbei, der Fisch hatte den Köder wieder abgeschüttelt. So richtig Hunger hatten Sie wohl immer noch nicht. Und so vergingen abermals zwei Stunden ohne jeglichen Kontakt. Wir fuhren in eine ruhige Bucht, in der überschwemmte Büsche geradezu nach Hecht rochen. Nach einigen Würfen tauchte neben meinem Köder ein ordentlicher Schwall auf, ein Hecht hatte den Jerk wohl verfehlt. Ich kurbelte den Köder lustlos ein und tatsächlich schlug der Hecht kurz vor der Bordwand noch einmal zu ..hängt! Ein ca. 75cm langer Hecht tobte wild am Boot , ein Sprung und ... ausgehakt! Naja, wenigstens kurz gesehen, gut dass es kein Großer war, so hielt sich der Ärger doch in Grenzen. Tom konnte kurze Zeit später noch einen Minihecht landen, der war aber kaum größer als der Köder...

Es waren trotz der schlechten Fänge zwei sehr schöne Tage in einer malerischen Umgebung. Klassisches Frühjahrsangeln auf echten Hotspots hat viel Freude bereitet, auch wenn wir sicher ein,zwei Wochen zu früh da waren. Aber das ist nunmal das Frühjahr, Sternstunden und "Tote Hose" liegen eng beieinander. Im nächsten Jahr wird es wiederholt, und dann haben wir bestimmt mehr Glück. So , nun fiebere auch ich nur noch dem 1. Mai entgegen...

Viele Grüße, Kai

 

 

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