Eine Tour für die Geschichtsbücher

Guido und Kai on Tour, endlich hatte es mal wieder geklappt! Nachdem Guido in diesem Jahr Papa geworden war, war es schon etwas schwieriger eine gemeinsame Angeltour zu terminieren. Auch an diesem langen Wochenende stand neben dem angeln noch ein weiterer Termin bei Guido an - die Taufe seiner Tochter! So plante Guido am Samstagabend nach Hause zu fahren und am Sonntagabend wieder in der Unterkunft zurück zu sein. Wir fuhren also am Samstagmorgen (leider war die Unterkunft nicht von Freitag an frei) mit zwei Autos in Richtung Holland und trafen uns an der Slippstelle als es noch dunkel war. Das Trailern klappte trotzdem problemlos und in der Dämmerung kamen wir an der ersten Angelstelle an. Es dauerte auch nicht lange und der erste Biss kam, aber leider riss beim Anschlag aus unerfindlichem Grund die Hauptschnur bei mir. Den Grund sollten wir allerdings später noch finden, als wir uns den Spitzenring meiner Rute einmal genauer ansahen: Zwei Einkerbungen im Ring waren natürlich der Tod einer jeden Schnur! So hieß es erst einmal: Rutenwechsel...

Wenig später dann doch der erste Hecht, nicht so groß, aber der Mensch freut sich!

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Auch Guido konnte in relativ flachem Wasser einen schönen Hecht fangen.

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Es kam so langsam Betrieb auf dem Wasser auf, denn der wirklich wunderschöne Oktobertag trieb nicht nur uns auf's Wasser sondern natürlich auch jede Menge Freizeitkapitäne. Wir entschlossen uns zwischenzeitlich nebenbei ein paar Rotaugen zu stippen, was uns auch gut gelang. Plötzlich erhielt ich auf meiner Hechtrute eine rasanten Biss, den ich umgehend mit einem harten Anschlag quittierte. Der Fisch zog wie eine Dampflok davon, was war das denn?? Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte Guido den Fisch beim zweiten oder dritten Versuch in den Kescher bugsieren. Uff... Der ist groß... Solche Fische fängt niemand von uns alle Tage, und wir waren beide "ein wenig beeindruckt".

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120cm und sicher über 15kg , was für eine Hechtdame ! Mein Gesichtsausdruck wirkt nur so entspannt, das Ding war schwer und unhandlich...

Sich gemeinsam über einen solchen Fang zu freuen, was Guido und ich natürlich ausgiebig taten, das macht das gemeinsame Angeln aus. Wunderbar!

An diesem Tag ging dann auch nichts mehr. Nun, war auch nicht nötig. Hihi...

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Nach dem Austrailern kam Guido dann noch kurz mit in die Unterkunft und fuhr dann wie geplant nach Hause, um am nächsten Tag bei der Taufe seiner Tochter eine 25köpfige Verwandtschaft zu empfangen. Ich für meine Person habe noch bei der Familie meiner Gastgeber mit zu Abend gegessen und bei der Gelegenheit meine niederländischen Sprachkenntnisse vertieft. Danach war nur noch schlafen angesagt.

Am nächsten Tag habe ich erstmal ausgeschlafen und dann den halben Tag mit Rotaugenstippen verbracht. Alleine rauszufahren hatte ich keine Lust und so hatten die Hechte Ruhe vor mir.

Abends kam Guido zurück. Zwar etwas später als erhofft, dafür aber mit den Kuchenresten des Festes, hmmmm...

Der nächste Tag begann wieder mit Trailern im dunkeln, und wir erreichten die angepeilte Angelstelle bereits, als man eigentlich noch nichts sehen konnte. Also rein "intuitiv" die Ruten zusammengebaut und raus mit den Ködern - irgendwo ins Nirgendwo... Guido's Rute wollte dann fast dem Köder hinterherspringen, der Grund war aber schnell gefunden - ein Hecht hatte sich den Köder nach wenigen Minuten geschnappt!

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Es ging nun Schlag auf Schlag, heute waren die Fische mal richtig gut drauf!

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Völlig unerwartet gesellten sich ein paar dicke Barsche unter die Abnehmer unserer Köder. Wie man diese Fischart kennt, manchmal gierig ohne Ende!

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Allesamt über 40cm , das war mehr als willkommen! Aber auch die Hechte waren weiter hungrig.

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Mittendrin dann auch der erste Meterfisch des Tages:

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Es sollte aber noch besser kommen. Etwas abgelegen von unserer Hauptangelstelle bekam ich wiederum einen heftigen Biss. Nach dem Anschlag ging der Tanz richtig los. Der Fisch sprang mehrfach mit dem ganzen Körper aus dem Wasser. Die alte Dame war wütend! Guido und ich wussten sofort: Das ist schon wieder so eine "Seekuh"...

Bereits der zweite Versuch des Kescherns gelang und wir hatten den zweiten echten Ausnahmefisch der Tour gefangen.

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116cm , mindestens genauso gut genährt wie der Fisch vom Vortag. Wach' ich oder träum' ich ? Jedenfalls hatte ich eine seltsame Leichtigkeit im Körper... Ich sagte nur zu Guido: " Also ich muss hier nix mehr fangen "

Am Ende des Tages hatten wir 12 Hechte und vier Barsche gefangen, unglaublich. Wir sind dann auch wirklich bis ins Dunkle hinein geblieben, aber so gut wie der Morgen wurde es nicht mehr.

Die Nacht war kurz, sehr kurz. Für den nächsten Tag war die Wettervorhersage sehr schlecht. Temperatursturz, Wind bis Bft 8, starker Regen. Sollten wir uns das antun? Eigentlich nicht, aber durch die guten Fänge motiviert hakten wir das Thema noch nicht gleich ab und verschoben die Entscheidung auf den nächsten Morgen. Guido wollte natürlich auch gerne noch einen Meterfisch fangen, musste doch noch klappen! In der örtlichen Pommesbude trafen wir noch ein paar uns bekannte lokale Angler und unterhielten uns prächtig. Es gibt nichts besseres als es mit den Einheimischen gut zu halten...

Nächster Morgen, es regnete nicht und der Wind war auch noch erträglich. Also? Klar! Auf's Wasser! Es sollte eine Entscheidung mit Licht und Schatten werden...

Einslippen? Jaja, wieder in der Dunkelheit. Die Welle auf dem Wasser hatte schon ein anderes Kaliber als an den Vortagen und wir erreichten die Angelstelle "leicht angefeuchtet". Ruten raus und - erstmal nichts. Keine Spur von Hechten in den ersten 1 1/2 Stunden. Dann endlich der erste Biss bei Guido. Anschlag, und? Schnurbruch! Passiert sonst nie, und diesmal schon zum zweiten Mal. Anders als bei mir fanden wir bei Guido allerdings keine so gute Erklärung. Wir verbuchten es unter "Pech". Bei mir? Nichts. Nun, ich hatte ja auch gesagt dass ich nichts mehr fangen muss. Hätte ich mal besser gelassen. Der Wind wurde stärker und es gesellte sich langsam aber sicher starker Regen dazu. Wir waren zwar gut "verpackt" , aber angenehm ist anders. Dann wieder ein Biss bei Guido. Anschlag, hängt! Im peitschenden Regen konnte Guido tatsächlich noch seinen "Meter fangen" . Mit 1,01m knapp, aber Meter ist Meter!

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Da ist einer Glücklich!


Mit diesem Fisch beschlossen wir die Sache zu beenden, das Wetter war unerträglich und zurück mussten wir auch noch. Letzteres sollte jetzt die Schattenseite werden. Nach einigen Kilometern Fahrt muckte auf einmal der Motor. Wir kannten dieses Geräusch, der Tank war leer! Selber Schuld und die Kapazität des auch nicht so kleinen Tanks über drei Angeltage wohl überschätzt. So, da standen wir nun, mitten auf dem Wasser, Sturm, Starkregen, hohe Wellen. Kurzerhand den Elektromotor rein und mit 1,5 km/h versucht Richtung Ufer zu kommen. Es ging, ganz laaaangsam... Als wir Flachwasser erreicht hatten ging plötzlich der E-Motor auch noch aus. An den Batterien konnte es nicht liegen, ein wenig Panik machte sich breit... Ich sprang über Bord und zog das Boot am Ufer entlang. Das ging auch, bis das Wasser wieder fast 1m tief wurde. Notpaddel raus (dass ich die mal benötigen würde hätte ich nie gedacht...). Aber keine Chance, das schwere Boot in den Wellen gegen den Wind mit Paddeln zu bewegen ist ein hoffnungsloses Unterfangen. Die Panik wuchs... OK, zumindest waren wir schonmal in Ufernähe. Die Regenkleidung hielt, und wir hatten beide Watstiefel dabei. Ich prüfte die Sicherung des E-Motors - sie war rausgesprungen. Wahrscheinlich wegen der langen Volllastfahrt. Er funktionierte nun wieder. Eine gefühlte Ewigkeit später erreichten wir die Slippe. Das Wetter hatte sich zwischenzeitlich auf "Weltuntergangsniveau" begeben. Als das Boot auf dem Trailer stand fielen wir uns in die Arme - echte Fründe ston' zesamme!

Es gibt leider keine Bilder von dieser Aktion, wir hatten andere Sorgen und das einzige was ich machen konnte ist leider nichts geworden - ein Regenopfer...

 

Fazit: Eine der aufregendsten, wenn nicht insgesamt die aufregendste aller Touren bisher. Viele Fische,  zwei echte Kracher und ein Abschluss den die Welt nicht braucht...

 

Kai

 

 

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