Das ist ne Kuh!!!!

 ...sollte zu unserem Leitspruch werden, denn an diesem Wochenende ging es für Sven und mich nach der langen Sommerpause wieder erstmalig zum Hechtangeln raus. Der Schwerpunkt sollte wieder einmal auf dem Angeln mit „Doodaas“ liegen, es war nur noch nicht ganz klar, auf welche Art und Weise die Köder präsentiert werden.

Lustigerweise war uns bei der Buchung der Unterkunft noch nicht klar, dass Kai und Uli zur selben Zeit vor Ort sein würden. Es versprach also, wieder eine sehr gesellige Tour zu werden.

Bereits Freitag abend wurde angereist und in lustiger Runde gefachsimpelt, bevor es Samstag morgen in aller Frühe voller Elan los ging. Kai und Uli entscheiden sich für einen entfernter liegenden Gewässerabschnitt, während es bei uns nahe der Unterkunft auf’s Wasser ging. Wir entschieden uns an diesem Tag für die statische Angelei vor Anker und legten die Köder an einer krautbewachsenen Kante zum offenen Fahrwasser aus. Bereits nach einer guten Stunde ging mein Pencil zu tanzen an und kurze Zeit später saß der Anhieb. „Das ist ne Kuh!“ bekam Sven sofort zu hören und der Gegner am anderen Ende der Schnur verlieh der Aussage Nachdruck. Nach kurzem und heftigem Drill lag ein toller und starker Fisch mit 111 cm im Kescher. Geiler Auftakt!

 

 

Bis mittags hielten wir an dieser Stelle aus und wurden mit 3 weiteren tollen Fischen bis knapp an die magische Metergrenze belohnt.

 

 

 

Das bekannte Mittagsloch ließ uns dann irgendwann zum schleppen, werfen und driften übergehen, aber alles ohne Erfolg. Erst ein weiterer statischer Ansitz an einer anderen vielversrechenden Stelle brachte bei mir den letzten tollen Fisch des Tages.

Nach dem Ausslippen ließen wir den Abend in gewohnter Weise bei einem leckeren „Kapsalon“ und einigen Bierchen auslaufen.

Am folgenden Morgen ging es für beide Teams an den nahegelegen Abschnitt, den wir bereits am ersten Tag befischt hatten, denn die Erfolge von Kai und Uli lagen weit hinter unseren. An diesem Tag sollte es jedoch etwas anders laufen, denn die statische Angelei brachte bis zum späten Vormittag lediglich einen kleineren Fisch. Angespornt von den Meldungen der anderen, dass die ersten Bisse beim Posenschleppen erfolgen, versuchten auch wir so unser Glück. Über offenem und tiefem Wasser wurden die Köderfische treibend präsentiert und eine Rute mit Köfi am Fireball hielt ich in der Hand. Bereits nach kurzer Zeit bekam Sven den ersten Biss, den er leider nicht verwerten konnte. Kaum war seine Pose wieder drin gab es einen brachialen Einschlag auf meinem Fireball. Sofort kam der bekannte Spruch „Das ist ne Kuh!“. Ich sollte recht behalten, denn neben dem Boot tauchte ein fetter Fisch von gut über nem Meter an der Oberfläche auf. Kraftvoll wuchtet sich der massige Fisch aus dem Wasser und schafft es im Sprung, meinen Stinger weg zu reißen und sich in die Tiefe zu verabschieden… Völlig fassungslos brauche ich erst mal ein paar Minuten, um die Enttäuschung zu verdauen.

Naja, irgendwann war dann auch der Stinger ersetzt und der Köfi ging wieder auf Tauchstation. Dieses Mal sollte es jedoch bei Sven auf der Pose direkt neben dem Boot einen Knallerbiss geben. „Bähhm!“ – Anschlag gesetzt und los ging der Tanz. Na was meint ihr war Svens erster Kommentar? Richtig: „ Das ist ne Kuh!“

Auch er sollte recht behalten, denn ein extrem kampfstarker Fisch wehrte sich am anderen Ende der Schnur. Der erste Kescherversuch gelang und ein gut genährter 101er lag im Boot. „Yeahhh!“

Nach ein paar Bildchen durfte Big Mama wieder schwimmen und wir drifteten weiter. Der stärker werdende Wind schob uns etwas in die Fahrrinne und wir waren genötigt, einem entgegenkommenden Segelschiff auszuweichen. Das Segelschiff nicht mal einen Meter an meiner Pose vorbei, welche genau in diesem Moment blitzartig auf Tauchstation ging. Sofort lief Schnur von der Rolle und ich schlug an. Keine Sekunde später kam ein bekannter Kommentar von mir. Na? Richtig: „Das ist ne Kuh!“

Auch dieses Mal lag ich richtig, denn der Gegner stellte sich als eine stramme 109er Hechtdame heraus, die den Weg sicher ins Boot fand.

Der Tag war für nun für uns beide gerettet und der vorherige Verlust des Meterfisches längs vergessen. Ab sofort war alles nur noch „Bonus“. Vor dem gefürchteten Mittagsloch gab es jedoch auch nur noch ein paar teils spektaluräre Bisse (wie z.B. einen pelagischen Biss auf Fireball mit Live-Anzeige auf dem Echolot), von denen jedoch kein Fisch mehr hängen blieb. Auch Dieter und Daniel tauchten auf einmal auf dem Wasser auf. Sie sind extra zu einem Praxistests Ihres neuen Bootes angereist und das Angeln stand natürlich nicht im Vordergrund ;-)

Wir entschlossen uns, den Heimweg anzutreten, natürlich nicht ohne uns von Kai und Uli zu verabschieden. Die beiden haben noch 2 Angeltage vor sich und werden sicherlich in einem eigenen Bericht ihre Fänge präsentieren. Die nächste Tour startet bereits in wenigen Wochen, dann geht es wieder mit dem ganzen Team (Dieter, Daniel, Kai und ich) los. Mein Boot darf dann zu Hause bleiben und es geht mit 2 Marcrafts auf Tour.

 

Guido und Sven

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