Ein Traum wird wahr....Das erste eigene Boot

 

Nach längerem Suchen wurde es Mitte August plötzlich konkreter, es war ein Boot auf einer holländischen Internetseite, ein Boot in meiner Wunschausführung. Ein Marcraft 496 Lake Hunter mit 90 PS, zwei Echoloten, Trailer und Frontmotor. Der Preis war im ersten Augenblick zwar etwas zu hoch aber mit Hinblick auf die volle Ausstattung des Bootes habe ich mich entschlossen eine Besichtigung zu machen. Das Boot lag in Akkrum ca. 350 km von mir entfernt. Der Plan war es Ende August mit meinem Vater besichtigen zu gehen. Der Verkäufer schrieb mir auch gleich zurück und wir telefonierten kurz. Schnell stand fest wenn ich noch knapp eineinhalb Wochen warten würde, wäre das Boot verkauft gewesen. Acht Interessenten vor mir wären wahrscheinlich zu viele gewesen. Also kurz überlegt auf der Arbeit nachgefragt und spontan einen Tag Urlaub genommen und angucken fahren. Schnell den Verkäufer wieder angerufen und den Termin klar gemacht. Plötzlich war ich erster in der Liste. Nur jetzt fing die ganze organisatorische Arbeit an. Es musste das Geld in bar besorgt werden, eine Zulassung für den Trailer beschafft werden und ein Auto bzw. ein Fahrer da das Auto mit Hängerkupplung in Österreich war. Lange Rede kurzer Sinn Donnerstag wurde mit Geld und Kaufvertrag zur Probefahrt gefahren und Samstag mit Kai das Boot geholt wenn es mir zusagte.

Donnerstagmorgen zur Bank, Geld abgeholt und dann dreieinhalb Stunden Autofahrt nach Akkrum. Vor Ort traf ich dann den schon vom Telefon sehr netten Verkäufer Mark. Er wohnte sofort am Wasser und von seinem Wohnzimmer aus konnte er sein Boot im Wasser beobachten. Es lag abwechselnd zwei Wochen im Wasser und zwei Wochen auf dem Trailer, da Mark in seinem Beruf als Berufschiffsfahrer nur wechselweise zu Hause war. Nach einem Kaffee ging es aufs Boot. Alles gut angesehen, Probefahrt gemacht noch schnell mit Dieter und Kai gesprochen und dann den Kaufvertrag unterschrieben. Der Zustand des Bootes war gut mit einigen kleinen Schönheitsfehlern. Ich stellte mich auf ca. 20 Stunden Arbeit ein. Nach unterschreiben des Kaufvertrages fuhren wir noch gemeinsam zum holländischen Straßenverkehrsamt und meldeten den Trailer ab. Glücklicher weise wurde dort eine Bescheinigung ausgestellt das man den Hänger mit einem deutschen Kennzeichen ausführen kann. Wie sich im Nachhinein rausstellte war diese Bescheinigung Gold wert, denn ein Ausfuhrkennzeichen gab es ohne TÜV Bescheinigung nicht. Zu Hause angekommen wurde dann noch eine Versicherung für das Boot abgeschlossen.

Samstagmorgen um sechs Uhr ging es dann mit Kai und meiner Freundin Jenni los nach Holland das Boot abholen. Kai konnte glücklicherweise seine Freundin davon überzeugen, dass er erst später bei den Vorbereitungen zur Geburtstagsfeier helfen kann. Kurz vor neun waren wir am Ziel angekommen. Frisch geputzt stand das Boot vorm Haus. Kurz unterhalten und alle Sachen mit ins Auto gepackt die mit dazu gehört haben und 30 Minuten später waren wir auf der Autobahn in Richtung Deutschland. Gegen 13 Uhr kamen wir bei mir zu Hause an und koppelten das Boot ab.

Der glückliche Besitzer hat mit Kai schon im Auto eine kleine Einkaufsliste mit Onlineshops gemacht. In der Folge wurde bei acht verschiedenen Anbietern Zubehör gekauft. Die Nautikabteilung des Bauhauses und der Bestand von diversen anderen Baumärkten wurde auch häufiger in der Umbauzeit von ca. einem Monat besucht.

Nach der ersten genaueren Durchsicht wurden folgende Umbaupunkte festgelegt:

-          Elektrik von der seitlichen Konsole in den Steuerstand umlegen

-          Bootslack aufarbeiten und ausbessern

-          Bootstrailer überarbeiten und zulassen

-          Diverse Kleinigkeiten wie z.B. Teppich ausbessern, Fender anbringen, Echolotgeber umlegen usw.

Das Umlegen der Elektrik gestaltete sich aufwendiger als gedacht, da die Verkabelung für einen Laien selbst abenteuerlich war.

 


 

 

 

Zum Glück habe ich den Vorteil, dass mein Vater vor vielen Jahren mal Elektriker gelernt hat und auch noch heute eine Schaltung bauen kann. Er hat mir insgesamt auch beim ganzen Umbau sehr viel geholfen. Ohne Ihn wäre das Boot wahrscheinlich heute noch nicht fertig.

Die Bootsbatterien wollten wir eigentlich behalten, aber wir haben uns dann kurzfristig entschlossen das komplette System mit Lithiumtechnik auszurüsten. Jetzt besitzt das Boot eine 24V Batterie für den Elektromotor und eine 12V Batterie für die Bordelektronik. Das Gewicht der Batterien liegt zusammen bei nur 12 Kilo.

 

Nach ca. 80 Stunden Arbeit wurde das Boot dann schlussendlich fertiggestellt, sodass dem Einsatz bei der Herbsttour nur noch der TÜV im Wege stand. Nach viel hin und her haben wir ein Kurzzeitkennzeichen bekommen und einen Termin beim TÜV für eine Vollabnahme bekommen. Dies ging in Euskirchen ohne Problem. In der nahegelegenen Prüfstelle in Düren wäre eine Vollabnahme mit Boot auf dem Trailer nicht möglich gewesen, aber was 10 Kilometer mehr Fahrstrecke ausmachen können.

 

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