Raubfisch net(te) Geschichten (10)

27. Oktober 2016 , Daniel und ich sind seit gestern wieder auf Tour. Nachdem die letzten Wochen im Zeichen des Hechtes standen, geht es diesmal wieder vornehmlich auf Stachelritter. Wettertechnisch stehen uns wohl recht angenehme Tage bevor, ich sehe allerdings durchaus die Gefahr dass mir meine jüngst eingefangene Erkältung aus dem Ruder läuft...

 

Erster Angeltag:

Der Fluss empfing uns fast erwartungsgemäß mit Nebel. Zum Glück war dieser aber nicht von der Marke "undurchdringbar", so dass wir uneingeschränkt fischen konnten. Zu Beginn gab' es recht regelmäßig Anbisse, bevor dann eine sehr lange Phase ohne jegliche Aktivität folgte. Auch die Zahl der Fehlbisse und Aussteiger war recht hoch. Am Ende des Tages hatten wir insgesamt 18 Räuber gefangen. Leider waren diese größtenteils recht klein. Darüberhinaus gab' es noch zwei räuberische Friedfische. Den einen konnte man eindeutig als Brasse identifizieren, beim zweiten Fisch handelte es sich wohl eher um irgendeine Kreuzung. Wir tauften ihn mit dem Namen "das Ding"...

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Zweiter Angeltag, 29.10.2016 , Schluss mit Heringsgröße !

Nachdem der gestrige Angeltag meiner Erkältung zum Opfer gefallen war ging es heute wieder raus. Wir wurden von wirklich wundervollem Spätherbstwetter verwöhnt. Wenig Wind, ja fast überhaupt kein Wind, sowie viel Sonne und angenehme Temperaturen. Anders als vorgestern brachte die erste Stunde sehr wenige Erfolge zu Tage, da waren wir froh, als Daniel einen schönen 43er Barsch kurz an Bord holen konnte.

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Im weiteren Verlauf nahm die Bissfreqenz zu und diesmal waren die Zander unerklärlicherweise fast alle deutlich größer. Dabei hatten wir uns eigentlich schon wieder auf "Heringsdurchschnitt" eingestellt...

Das konnten wir spätestens zu dem Zeitpunkt vergessen, als Daniel nach einem harten Einschlag offensichtlich einen richtig guten Zander drillte. Auch wenn ich etwas länger benötigte um den großen Kescher bereitzustellen glückte kurze Zeit später die Landung und Daniel konnte freudig einen tollen 82er in die Kamera halten !

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Na das war doch mal was. Wir bekamen in der Folgezeit regelmäßig Anbisse mittlerer Zander, bevor es dann wie fast üblich zur Mittagszeit totenstill unter Wasser wurde. Wir beschlossen das tolle Wetter für ein Nickerchen zu nutzen und luden unsere Akkus für die zweite Tageshälfte auf. Ich entschloss mich auf Grund der Sonneneinstrahlung für einen Köder mit viel Glitter und dies sollte sich nur kurze Zeit später und im weiteren Tagesverlauf als goldrichtig herausstellen ! Bereits die erste Drift nach der Pause brachte mir einen brachialen Einschlag an der Vertikalrute. Das Gefühl habe ich noch jetzt im Handgelenk... Eine wilde erste Flucht und schnell war klar : Hecht ! Daniel kescherte professionell und ich durfte einen schönen 87er in die Arme nehmen.

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Wir wechselten nach einer weiteren Drift die Stelle, an der aber zunächst keine Anbisse erfolgten. Nach einiger Zeit erhielt ich einen sehr zaghaften Biss, den ich aber trotzdem mit einem Anhieb quittierte. Hängt ! Ups, da war aber heftig Gegenwehr zu spüren! Der Fisch blieb mit starken Kopfstößen tief, und die Hoffnung auf einen weiteren kapitalen Zander erhielt Nahrung. Mit jeder Sekunde des Drills war ich mir sicherer - das muss tatsächlich ein Zander sein. Und es war einer ! 87cm Zanderschönheit - was für ein Tag !

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Wir fischten fast bis zur Dämmerung und fingen insgesamt 19 Fische, davon kaum einen wirklich kleinen. Ich werde es nie verstehen...

Nun haben wir uns den Kapsalon wirklich verdient, der Hunger ist jedenfalls da. Wir freuen uns schon auf morgen !

 

Dritter Angeltag, 30. Oktober 2016

Wieder so ein "Sommertag". Unglaublich schönes Wetter mit viel Sonne und ohne Wind. Im Sommer oft eine Kombination bei der man besser zu Hause bleibt, im Herbst zum Glück nicht. Durch die Zeitumstellung wurde es heute früher hell, was uns aber nicht davon abhielt etwas länger zu schlafen. In der ersten Stunde ging es fast Schlag auf Schlag, der eine Zander nach dem anderen landete kurz im Boot und die Durchschnittsgröße war sogar noch etwas höher als gestern, wenn auch die ganz dicken fehlten. Es gab Fische bis 70cm.

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Gegen 10:00 Uhr stellte sich dann aber sehr früh die bereits von den letzten Tagen bekannte Flaute ein. Wir erkämpften uns trotzdem noch drei weitere Zander, bevor es dann so langsam wieder besser werden sollte. Wurde es aber nicht wirklich, denn obwohl noch ein echter "Gierschlund" Gefallen an meinem Köder fand...

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... und der Zeiger danach wiederum bei 19 gefangenen Fischen stand, konnte kein weiterer Räuber mehr verhaftet werden.

Also erfreuen wir uns zum Abschluss noch an einer Dublette vom Vormittag !

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Vierter und letzter Angeltag, 31. Oktober 2016

 

Der Wettergott hatte heute... ach, sorry ! Natürlich herrschte heute wieder normales Spätherbstwetter: strahlend blauer Himmel, keine Brise, T-Shirt usw. Bevor ich die Leser hier langweile !

Wir waren etwas früher aus den Federn,denn schließlich musste ja heute die Unterkunft geräumt werden. Pünktlich auf dem Wasser waren wir natürlich trotzdem. Wir wollten vor allem die aktive Periode der Fische konzentriert angehen in der Hoffnung, dass unsere Lieblinge sich ganz an die Regeln der letzten Tage halten würden. Taten sie ! Bis zum Ende des wie meistens verkürzten letzten Angeltages um ca. 11:00 Uhr konnten wir tatsächlich nochmal insgesamt 18 Fische fangen. Die Durchschnittsgröße war wieder etwas geringer, aber ein paar schöne Stachelritter waren auch diesmal wieder dabei.

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Eine tolle Tour fand damit einen schönen Abschluss. OK, die Erkältung hätte nicht sein müssen, aber irgendwas ist ja immer ! Ich nehme sie einfach mit nach Hause und bringe sie auf den Müll...

 

Kai (& Daniel)

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