Und mühsam ernährt sich das Eichhörnchen…

So oder so ähnlich haben wir uns die letzten 4 Tage gefühlt. Wir, das sind Sven und ich und wie so oft ging es nach Holland zum Hechtangeln. Es ging Samstags erst recht spät los, da Sven noch auf einer Messe war und erst nachmittags von dort zurückkam.

In der Unterkunft lernten wir zwei weitere sehr nette Angelkollegen aus Coesfeld, Florian und Marcel, kennen, mit welchen wir an diesem und auch an den folgenden Abenden viel Spaß bei lustiger Unterhaltung und dem einen oder anderen Bierchen hatten.

Trotz des geselligen Abends ging um 4:45 Uhr der Wecker. Uferangeln war angesagt, denn die Wettervorhersage behielt mit der angekündigten Windstärke 6 bis 8 leider recht…

Im Laufe des Tages wechselten wir einige Male unsere Angelstelle und sogar das Gewässer, aber leider wurde unser Einsatz nicht belohnt. Das große Schild „Komplett-Schneider“ schwebte schon über uns und wir hatten uns schon fast in dieses Schicksal ergeben als wir kurz vor der Dämmerung nochmals die erste Stelle des Tages an einem kleinen Kanal anfuhren. Schon nach wenigen Minuten begann Svens Pose mit Ihrem verführerischen Tanz. Anschlag gesetzt, kurzer Drill, sichere Landung und schon lag ein stattlicher 84er Hecht vor unseren Füßen.

T1 84N

Überglücklich gab es abends ganz traditionell einen schmackhaften „Kapsalon“ zum Abendbrot. Lecker!!!

Und dann? Na klar, lustige und feuchtfröhliche Runde mit den Jungs aus Coesfeld!

Ohne Gnade klingelte der Wecker wie am Vortag um 4:45 Uhr und das Aufstehen viel schon sichtlich schwerer. Dennoch lockte der erste Bootsangeltag uns aus den Federn und schon im Dunkeln lagen wir in einem erfolgsversprechenden Hafen startklar vor Anker. Lange jedoch nicht, denn die erboste Stimme des Hafenmeisters klang schon nach wenigen Minuten zu uns herüber mit den eindeutigen Worten „Vissen in de haven verboden!“.

Grrrrr!!!! Na dann stellen wir uns halt vor den Hafen und probieren es da. Pustekuchen, nix ging vor dem Hafen, also die nächste Stelle angefahren. Auch hier dauerte es eine ganze Weile, bis sich Aktivität einstellte. Innerhalb von wenigen Minuten konnte jeder von uns einen 70er Hecht landen und dann war der Spuk auch schon wieder vorbei.

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Irgendwann waren wir an dieser recht ungeschützten Stelle das Schaukeln des Bootes leid und suchten uns einen geschützten Bereich. Nach einiger Zeit bekam Sven einen guten Biss. Direkt nach dem Anschlag war klar: Das ist ein Guter! Sven drillte den Fisch bis fast ans Boot, als uns plötzlich die komplette Montage entgegenschnellte… Nach diesem Fischverlust war erst mal für einige Minuten Redepause im Boot, bis Sven seine nur verständliche Wut abgebaut hatte. Zu allem Überfluss schaffte ich es dann auch noch, in einem leichten Wurf eine meiner neuen Deadbaitruten zu schlachten, sodass mein „Wut-Niveau“ seinem in nichts nachstand…

Es wurde eindeutig Zeit für einen Stellenwechsel. Gesagt, getan ging es in einen anderen, uns bekannten Hafen. Schon nach gefühlten 5 Minuten bekam ich einen Biss und verfehlte mit diesem Hecht den magischen Meter nur um einen Zentimeter.

T2 99

Auch Sven bekam einen Biss und schon wieder war der Wiederstand am anderen Ende enorm. Der Kampf ließ auf einen guten Meterfisch hoffen, als auf einmal die Hauptschnur riss und uns nur noch die Pose um die Ohren flog. Eine Kontrolle der Schnur zeigte, dass der Fisch es irgendwie geschafft haben muss die monofile Hauptschnur zwischen die Zähne zu bekommen, denn diese war wie mit einer Rasierklinge aufgeschält. Hinter der Stirn meines Angelkollegen brodelte so langsam aber sicher ein Vulkan der Wut, der jeden Moment auszubrechen drohte. Erst der Fahrtwind auf dem Weg zur Slippe kühlte sein Gemüt wieder ab und wir genossen den Abend wieder bei Bier und gutem Essen.

Tag 3, wieviel Uhr? Richtig, 4:45 Uhr und schon war die Nacht vorbei. Aus dem ersten Hafen des Tages wurden wir wieder einmal recht schnell vom Hafenpersonal verscheucht, aber in dem zweiten fassten wir dann Fuß. Es lief richtig gut, denn bis zum Mittag gab es neben 2 Fehlbissen insgesamt 6 Fische von 92, 97, 106, 86, 108 und 89cm!

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T3 93

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T3 108

Das Meterbier am Abend war uns somit beiden sicher und der Tag brauchte nichts mehr zu bringen. Tat er im Übrigen auch nicht, außer einigen Stellenwechseln und einer holprigen Fahrt zur Slippe bei recht kräftigem Gegenwind ging den Rest des Tages nämlich nix mehr.

An diesem Abend wurde es dann richtig heiter in der Unterkunft, denn 3 weitere Kumpels der beiden Angelkollegen aus Coesfeld kamen noch dazu. Die männerüblichen Themen („Sex, drugs and Rock’nRoll, und natürlich ein bisschen Angeln ;-)) ließen das Bier besonders gut schmecken J.

Umso grauenhafter waren dann die Klänge des Weckers um, na? Natürlich 4:45 Uhr! Der letzte Angeltag war angebrochen und verständlicherweise wurde wieder der erfolgreiche Hafen des Vortages angefahren. Nicht ganz so erfolgreich wie zuvor, aber immerhin mit 3 Fischen von 82, 93 und 99 cm auch nicht ganz erfolglos traten wir am frühen Nachmittag zufrieden die Heimreise an.

T4 82

T4 93

T4 99

An dieser Stelle auch noch mal einen herzlichen Glückwunsch an Marcel, welcher an diesem Tag seinen ersten Meterfisch mit 105 cm fangen konnte. Dickes Petri!

Mal sehen wann es das nächste Mal raus geht, denn jetzt steht erst einmal die Geburt meines Sohnes ins Haus und dann schauen wir mal weiter ;-)

Wir halten Euch auf dem Laufenden und wünschen „Tight Lines“!

Guido und Sven

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