Unterwegs mit Daan Verbruggen - Februar 2018

Unterwegs mit Daan Verbruggen - Februar 2018

Nach der üblichen, in diesem Jahr vielleicht etwas ungewöhnlich langen Abwesenheit vom Wasser, ging es endlich wieder auf Tour. Unsere Boote haben noch Schonzeit, denn ich wollte etwas in die Tat umsetzen, was ich schon lange im Auge hatte: Mal wieder ein Guiding mitmachen, vor allem um die eigenen (Gewässer-) Horizonte zu erweitern. Als "Gastgeber" fiel die Wahl auf keinen geringeren als Daan Verbruggen, wohl einer der bekanntesten niederländischen Zanderangler. Also buchte ich einen Tag bei ihm und fragte parallel in unsere Runde ob einer spontan Lust hatte dabei zu sein. Es dauerte nicht lange und ich hatte in Guido auch schon den Mitstreiter gefunden.

Es ging in ein für uns unbekanntes Gebiet, und diesmal bekamen wir nicht nur anglerisch, sondern vor allem auch landschaftlich einiges geboten.

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Nach einer zeitlich betrachtet etwas kürzeren Anreise (ohne Boot hinter dem Auto geht es dann schon etwas schneller...) trafen wir uns mit Daan gegen 08:00 Uhr an der Slippe. Daan hatte uns vorher bestens informiert und so fanden wir das Ziel ohne jegliche Mühe. Ohnehin ging unser Guide im Vorfeld auf alle unsere Wünsche ein, so dass wir einen Tag ganz nach unserem Geschmack erwarten durften.

Als Daan mit seinem Gespann auf dem Parkplatz ankam war uns schon klar, dass wir wohl noch nie auf einem solch großen Boot gefischt hatten. Ein LUND 1875 Pro V mit einer Breite von 2,48m. Wow... Aber wir wissen ja, nicht das Boot oder das Material fängt die Fische, sondern immer noch der Angler und vor allem eine entsprechende Gewässerkenntnis. Hierüber mussten wir uns aber keine Sorgen machen, denn Daan kennt das Gebiet natürlich wie seine Westentasche.

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Zunächst mussten wir einen kleinen Kanal durchqueren, auf dem sich durch die kalte Nacht eine dünne Eisschicht gebildet hatte. Also einfach mal kurz den Eisbrecher gespielt, was aber kein Problem darstellte. Auf dem Weg zur ersten, etwas weiter entfernten Angelstelle, trafen wir noch einen weiteren sehr bekannten Angler, Michael Staelenhoef. Auch er war mit Gästen unterwegs und wir tauschten uns kurz über die aktuelle Lage aus. Durch die Kälte der letzten Tage waren die Bedingungen insgesamt schwierig geworden, aber wir ließen uns nicht entmutigen. Es sollte ein sonniger Tag werden und vielleicht würde ja die Mittagssonne die Fische etwas aktiv werden lassen.

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Auf dem weiteren Weg, den wir auf Grund strenger Geschwindigkeitslimits mit langsamer Fahrt fortsetzten, konnten wir uns mit Daan ausgiebig über das Gebiet austauschen. Er war wirklich sehr auskunftsfreudig und schon bevor der erste Köder im Wasser war hatten wir unglaublich viele und nützliche Informationen erhalten. Klasse!

Endlich waren wir am ersten Platz angekommen. Als ich die Rute in die Hand nahm (wir hatten komplett auf die Mitnahme eigener Geräte verzichtet) fiel mir sofort auf, dass kein Vorfach montiert war. Der Karabiner war direkt an die Hauptschnur geknotet. " Hechte gibt es hier eigentlich nicht", sagte Daan. Na dann...

Keine 10 Minuten später gab es den ersten guten Biss bei mir. Das war wohl ein etwas besserer Zander. Ja nee, is klar, zum Vorschein kam ein - Hecht ! Soviel zum Thema Hechte, aber zum Glück schaffte der Fisch es nicht die Schnur zwischen seine Zähne zu bekommen, jedenfalls nicht ausreichend um sich vor dem Landgang zu verabschieden. Mit 69cm kein Riese, aber wunderschön gezeichnet und ein guter Anfang!

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So langsam kämpfte sich die Sonne durch und vertrieb die Kälte. Wir hatten auch kaum Wind und es wurde immer gemütlicher auf dem Boot. War es zunächst noch etwas zäh, so wurden die Fische im Laufe des Tages immer aktiver. Die Anbisse waren überwiegend jedoch sehr vorsichtig, so dass wir einen Fehlbiss nach dem anderen hatten. Trotzdem blieb auch immer wieder der eine oder andere Zander hängen.

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Es war sehr kurzweilig und wir tauschten uns natürlich weiter fleißig mit Daan aus. Er erzählte uns viel über das Gebiet, Slipstellen, Unterkünfte usw. So sammelten wir wertvolle Informationen für den Fall, dass wir dorthin auch einmal mit unseren eigenen Booten hinfahren sollten.

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Am Nachmittag bot uns Daan dann noch an, ein nahegelegenes Großgewässer anzusteuern. Natürlich ließen wir uns das nicht entgehen, obwohl wir ganz gut "auf dem Fisch" waren. Am neuen Gewässer hatten wir es mit ganz anderen Bedingungen zu tun. Größere Tiefen, viel mehr Wasserfläche und - leider auch einige Netze des örtlichen Berufsfischers. Daan umfuhr diese aber gekonnt, so dass unsere Köder nicht mit den Netzen in Kontakt kamen. Er erklärte uns, dass hier einer der wenigen Berufsfischer unterwegs ist, der den Zanderbestand nachhaltig befischt. So setzt er seine Netze nur in einer recht kurzen Periode und setzt eine spezielle Maschenweite ein, so dass alle großen Zander entweder garnicht in die Netze gehen oder wieder freigelassen werden können. Klingt vernünftig und sorgt für einen guten Fang auf beiden Seiten. Leider hatten wir an diesem Tag nicht sehr viel Glück. Ich war am Ende der einzige der einen Fisch fangen konnte, und dieser Barsch war nur geringfügig größer als mein Köder...

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Guido und Daan erhielten zwar ein paar Anbisse, konnten aber leider keinen davon verwerten.

So beendeten wir den Angeltag gegen 16:30 Uhr mit insgesamt 12 gefangenen Fischen und mindestens 30 Fehlbissen.

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Es war ein toller Tag mit einem wirklich sehr netten Guide Daan Verbruggen. Wir können ihn nur weiterempfehlen! Ich gehe schwer davon aus dass wir in diesem Gebiet nicht zum letzten Mal gefischt haben.

Kai

 

 

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