Einstieg in die Herbstsaison 2019 - Auf Hecht im September

Genau wie im letzten Jahr starte ich in den Herbst mit einer Woche Hechtangeln, und genau wie im letzten Jahr verbrachte ich den ersten Tag auf dem Wasser mit Uli.

Samstag, 14.09.2019

Ganz so früh waren wir heute nicht unterwegs, der Wecker klingelte erst um 05:30 Uhr laughing. Tatsächlich hätten wir wirklich früher losfahren können, aber da das Risiko bestand dass der Schlagbaum an der angepeilten Slippe verschlossen war (was zum Glück nicht Fall war), waren wir eben ein wenig spät an der ersten Angelstelle.

Naja, zumindest war es schon hell und wir konnten von Beginn an die Ruten exakt platzieren. Für die ersten gut zwei Stunden hatten wir vor statisch zu fischen, der Platz war eigentlich immer gut für einen Fisch. Leider heute nicht, und schon bald musste eine neue Taktik her um doch noch einen Schneidertag abzuwenden. 

In der Folgezeit war das langsame Driften mit dem Köderfisch am Fireball angesagt, aber leider konnten wir auch damit in den ersten Stunden lediglich einen Fehlbiss verzeichnen. Enttäuschung machte sich breit, weniger bei mir als bei Uli, denn er hatte bereits im letzten Jahr Pech mit den Bedingungen. Heute gab es Windstille und viel Sonne. Für das Hechtangeln nicht unbedingt toll.

Es tat sich nichts, obwohl unsere Köderfische verführerisch über dem Boden und im Mittelwasser taumelten. 

Irgendwann fingen wir dann auch an uns über ein früher als geplantes Ende des Angeltages Gedanken zu machen, Uli hatte abends noch einen Termin und ich hatte mich schon mit dem Schauen von Bundesligafussball angefreundet. Schließlich hatte ich ja noch 6 ganze Angeltage vor mir.

Dann plötzlich, wie aus dem Nichts, wurde Ulis bootsnah laufender Köder heftig attackiert. Es folgte ein spannender Fight auf Biegen und Brechen. Zwischenzeitlich verfing sich die Schnur in Ulis über Bord hängendem Spinner (na klar, Blechkönig ebenwink) und es wurde etwas hektisch an Bord. Alles ging gut, und wenig später hielt Uli seinen bisher zweitgrößten Hecht in den Händen. 111cm hatte die stattliche Dame, und Uli war mehr als happy !

Als hätte man unter Wasser einen Schalter umgelegt, wurden die Fische nun aktiv. Trotz mittlerweile sommerlichen Bedingungen. In der Folgezeit konnte ich noch 4 weitere Hechte fangen. Leider ließ die Größe etwas zu wünschen übrig, denn mit 63,68,75 und 78 cm waren es doch eher kleine Exemplare. Wenn man allerdings den Schneider schon vor Augen hat, dann freut man sich hierüber sehr.

Am Ende wurde es also doch noch eine ganz guter Angeltag, und der Großhecht von Uli macht es dann nochmal besonders. Leider musste Uli dann am späten Nachmittag nach Hause, aber mittlerweile war Dieter auch schon eingetroffen, der nach langer, krankheitsbedingter Abstinenz, endlich wieder an Bord ist. Die nächsten Tage werden wir versuchen den einen oder anderen Fisch an Bord zu bringen.

Sonntag, 15.09.2019

Der Plan für heute: Akkus aufladen an einer eigentlich todsicheren Stelle, ein paar Hechte fangen und dann mal sehen was woanders noch so geht. Wir waren beide sehr motiviert und so waren wir bereits eine halbe Stunde vor dem ersten Licht am Platz. Trotzdem kam der erste Fisch erst nachdem es hell geworden war, aber dann doch recht schnell. Mit 91cm ein schöner Fisch, und vor allem der erste Hecht des Jahres für Dieter!

Das ging ja gut los dachten wir und stellten uns schon auf einen guten Tag ein. Leider kam es anders. Sowohl an dieser Stelle als auch an zwei weiteren Plätzen war nichts mehr zu holen. Mag sein dass das Wasser noch etwas zu warm für die Hotspots ist oder was auch immer es war, heute hat der eine Fisch für Dieter den Tag gerettet und für mich war es der erste Vollschneider seit langer Zeit. Muss wohl auch mal sein. Morgen wird wieder angegriffen.

 

Montag, 16.09.2019

Der heutige Tag empfing uns wie vorausgesagt mit heftigem Dauerregen. Der Wecker klingelte um 05:30 Uhr. Wir drehten uns einfach nochmal um und schliefen noch ein Weilchen, schließlich sollte der Regen gegen 08:00 Uhr aufhören oder zumindest weniger werden. Das musste heute reichen. Tatsächlich waren wir dann gegen 08:30 Uhr auf dem Wasser, und bekamen leider immer noch einen ordentlichen nassen A...

Es war gruselig, aber da mussten wir jetzt durch. Da der Wind heute nur sehr schwach und das statische Fischen bisher nicht sonderlich produktiv war, entschlossen wir uns von Beginn an für das Fischen mit dem Fireball bzw. der "aktiven" Pose. Der Vormittag verlief sehr schleppend (ha ha, Wortspiel), es gab lediglich einen 77er Hecht bei mir, und da wir ja nicht wussten ob noch etwas kommt musste der auch noch schnell aufs Foto.

Als der Regen dann gegen 14:00 Uhr endlich wirklich aufhörte, waren wir in Sachen Fänge nicht einen Schritt weiter. Auch ein zwischenzeitlicher Wechsel des Gewässerabschnittes brachte nichts ausser weniger Benzin im Tank. Also gegen 16:00 Uhr wieder zurück zum "produktiven" Bereich. Keiner von uns glaubte noch an eine Wende, aber schon kurz nach Erreichen der Zielzone konnte Dieter einen schönen 94er fangen.

Nun ging es Schlag auf Schlag. Während bei Dieter die Köder leider unberührt blieben, konnte ich in einer knappen Stunde 4 Anbisse verzeichnen, von denen drei verwandelt werden konnten. Fische von 85 und 90 cm konnte ich dann vor die Kamera halten, ein 78er durfte als letzter des Trios dann umgehend wieder schwimmen.

Am Ende doch noch sehr zufrieden verließen wir (trocken) das Wasser. Wir waren so müde dass am Abend sogar das kleine Dartsturnier gegen unseren Gastgeber ausfiel. Gegen 21:15 Uhr war es in unserem Zimmer wohl still surprised.

 

Dienstag, 17.09.2019

Bereits am gestrigen Abend war uns klar, dass es für den heutigen Tag einen Plan B brauchte. Der Gewässerteil und die Methode von gestern fielen heute definitiv dem Wind zum Opfer. Uns blieben nicht sehr viele Optionen in Sachen Platzwahl, und vor allem methodisch mussten wir zwangsläufig eher dem statischen den Vorzug geben. Dieter hatte einen Vorschlag hinsichtlich des Angelplatzes, und obwohl ich im Innern sehr skeptisch war, so hatte ich auch keine bessere Idee und stimmte zu. 

Zumindest ich hatte also heute früh keinerlei Erwartungen an den Tag, aber es sollte tatsächlich der beste bisher bei dieser Tour werden. Wir waren kurz nach dem ersten Büchsenlicht am Platz. Fein säuberlich wurden alle Ruten platziert, und es tat sich in der ersten Stunde zunächst nichts. Wir genossen den schönen Sonnenaufgang und plötzlich tauchte Dieters Pose vehement ab. Gewohnt kampfstark zog der Hecht seine Bahnen und nur wenig später hielt Dieter den ersten Hecht des Tages vor die Kamera. Mit genau 100 cm ein toller Start in den Tag (den ohne Erwartungen laughing). 

Nur wenig später war es wieder Dieter der den nächsten Biss erhielt. Der Fisch hing auch zunächst, stieg dann aber kurz nach dem ersten Durchbrechen der Oberfläche aus. Gute 90 wird er wohl gehabt haben. Nur 10 Minuten später ging meine Pose dann auf zaghafte Wanderschaft. Da hatte sich ein Interessent mein großes Rotauge geschnappt. Der Anschlag saß und eine breiter Schädel zeigte sich an der Oberfläche. Mit 108 cm der zweite Meterfisch des Tages. Schnitt bisher: 1,04m cool.

Auch bei Dieter fand sich bald wieder ein Abnehmer für einen seiner Köder, aber mit 75 cm durfte dieser Fisch heute nicht aufs Foto. Unsere Erwartungen waren nun schon weit übertroffen (OK, bei Null Erwartungen auch nicht schwer). Der kleine Fisch von Dieter sollte aber noch nicht den Abschluss markieren, denn nach einer ganzen Weile ohne Aktion wurde meine Pose noch einmal rasant nach unten gezogen. Das Ergebnis war ein weiterer toller Fisch von 103 cm und damit der dritte "Meter" des Tages !

Morgen gibt es etwas Abwechslung und wir fahren zusammen mit unserem Gastgeber sowie Daniel und dessen Großvater auf den Fluss um den Zandern auf den Zahn zu fühlen, aber ich denke ich weiß schon wo wir am Donnerstag wieder hinfahren um den einen oder anderen weiteren Hecht zu fangen...

 

Mittwoch, 18.09.2019

Wie geplant ging es heute auf den Fluss um Zander zu fangen. Das bedeutete am Vorabend erstmal das Umräumen des Bootes. Hechtsachen raus, Zandersachen rein. So sah dann der Kofferraum von Dieter aus:

Und dann wurde nach dem Essen zwischen den Booten geparkt, und zwar ganz exakt wink

Gerrit und Kees fuhren vorweg um uns einen alternativen Weg zur Slippe zu zeigen, während Daniel und Helmut (sein Großvater) schon aus Deutschland unterwegs waren. Dieter hatte Daniels Boot ja bereits mitgebracht, so dass die Anreise der beiden etwas schneller ging als üblich. Alles klappte gut und wir trafen uns alle um 7 Uhr an der Slippe. Schnell waren alle Boote im Wasser und verteilten sich in alle Richtungen. 

Das Fischen verlief sehr zäh und die Ergebnisse blieben unter den Erwartungen. Während Kees und Gerrit ganze drei Zander (und davon auch noch zwei untermaßige) fangen konnten, lief es bei Daniel und Helmut mit insgesamt zwei Zandern für Daniel noch bescheidener. Dieter & ich konnten immerhin 6 maßige Zander verhaften.

Als Beifang gab es bei Dieter eine Grundel smile

Alles in allem ein sehr schöner Tag, den wir heute mit einem gemeinsamen Essen ausklingen lassen. Leider mussten Daniel und Helmut schon wieder heim. Morgen dann wieder Hecht!

 

Donnerstag, 19.09.2019

 

Morgens kalt, so gut wie kein Wind und zunehmend sonnig. Würde der Platz von vorgestern wieder liefern? Es ist dort in den letzten beiden Jahren eher eine Wundertüte, mit wieder positiver Tendenz.

Recht früh lagen die Köder am Platz, aber es tat sich nichts. Still ruhte im wahrsten Sinne des Wortes der See, denn noch nicht einmal die Weißfische zeigten Aktivität. Gemütlich war es aber!

 

Erst ungefähr um 09:30 Uhr ging Dieters linke Pose zaghaft auf Tauchstation. Der Anhieb saß und wir wurden für das recht lange Warten mit einem weiteren guten Meterfisch belohnt. 109cm brachte die Dame auf die Messlatte. Happy Dieter innocent...

Wir hofften auf ein Beissfenster, aber diese Hoffnung wurde leider nicht erfüllt. Die Sonne stieg höher und so mancher packte gedanklich die Badehose aus. Das war nun wirklich kein Angelwetter. Gegen 12:00 Uhr läuteten wir die letzte Stunde ein, die Hoffnungen auf weitere Fische waren allerdings nahe Null. Doch nur wenige Minuten nach "High Noon" fing mein Pencil auf einmal gemächlich an der Oberfläche zu wandern an. Ein aufregender Anbiss den ich fast komplett auf der GoPro habe laughing. Der Anhieb saß und tatsächlich lag wenig später doch noch ein weiterer Hecht im Kescher. Mit 91cm auch diesmal ein Prachtfisch!

Danach tat sich leider nichts mehr und wir nutzten die nächsten 2 Stunden die Windstille für eine schnelle Fahrt in einen anderen Gewässerabschnitt. Dort erkundeten wir potentielle neue Plätze für unsere in Kürze anstehende Teamtour in dieses Gebiet. Wir wurden durchaus fündig. @ Daniel und Guido: Das wird Pflichtprogramm zur Vermeidung des Lagerkollers !

Morgen steht dann schon wieder der letzte Angeltag an, die Zeit fliegt...

Freitag, 20.09.2019 - Wir setzen zum Abschluss nochmal einen drauf !

Dem geneigten Leser nicht vorenthalten möchten wir die geselligen Bilder abseits des Angelns.

Gemeinsam essen mit den Locals...

Aus dem Nest gefallene Schwalben päppeln...

Abendliche Dartsturniere mit echten Kunstwürfen...

Und als Überleitung zum Thema Angeln ein Blick in die Köderkiste von Dieter. Mit derartigen Taktiken muss ich mich also hier tatsächlich messen. Was sich Menschen alles so einfallen lassen !

 

Nachdem wir gestern auf der Rückfahrt an unserem für heute geplanten Angelplatz noch reichlich Futter verteilt hatten (in der Hoffnung dass es etwas bringt undecided), waren wir heute früh dann auch pünktlich zum ersten Licht des Tages am Platz. Es war noch nicht richtig hell und schon meldete sich der erste Fisch bei mir. Mit 86cm ein guter Start!

Es folgte dann kurze Zeit später der erste Hecht bei Dieter, und dann mal gleich ein Meterfisch mit 109cm !

Das ließ ich nicht lange auf mir sitzen und konterte mit einem weiteren Meter, 103cm.

Dann war wieder Dieter an der Reihe. Ein Fisch von 80cm durfte sofort wieder schwimmen.

Eine weitere halbe Stunde später ging es dann richtig rund. Dieter bekam einen Biss und der Fisch hing. Auf halber Strecke zum Kescher ging meine Pose ebenfalls auf Wanderschaft, Doppeldrill!

Es klappte alles, und das sah dann so aus:

Ein stattlicher 97er für Dieter.

Und tatsächlich ein weiterer Meterfisch mit 104cm für mich. Somit hatten wir schon dritten Meter, was ging denn hier ab ?

Danach war erstmal Ruhe unter Wasser. Die Sonne stieg höher und die "Pleziervaart" nahm zu. Wir glaubten nicht so richtig daran noch einen weiteren Fisch zu fangen, wurden aber eines besseren belehrt. Ein Hecht interessierte sich dann doch noch für Dieters Köder, und was für einer ! Der vierte Meterfisch des Tages mit 108cm konnte bald vor die Linse gehalten werden, Wahnsinn !

Was für ein Abschlusstag ! Bei sommerlichem Wetter lassen wir nun in der Pension den Tag ausklingen. Heute abend kehren wir beim Chinesen ein, das habe wir uns verdient !

Eine tolle Woche liegt hinter uns. Mit 9 Meterfischen können wir mehr als zufrieden sein. Kampioen van de week : Uli mit 111cm Hechtpower. Gratulation !

Kai

 

 

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