Saisonende - Flucht vor Corona

30./31. März 2020

Auch der für Mitte März geplante 5-tägige Urlaub fiel ins Wasser. Diesmal war es nicht das Wetter, diesmal war es, wie kann es auch anders sein,  Corona! 2 Wochen Quarantäne für mich, zum Glück die gesamte Zeit bis heute gesund und munter, machten eine Angeltour unmöglich. Das alles sehr zum Leidwesen von Uli und Daniel, mit denen ich für diese Zeit verabredet war.

Es folgten Tage der Verunsicherung. Klappt es zum Monatsende März und damit zum Saisonfinale vielleicht doch noch mit einer Tour? Die Nachrichten rund um Corona machten es zunehmend unwahrscheinlicher. Quasi kurz vor Toresschluss entschieden Daniel und ich es dann doch noch zu versuchen. Es war gar nicht so einfach die jeweils aktuell gültigen Beschränkungen wegen der Corona Krise im Auge zu haben und zu beachten.

Übernachtung? Nein. Zusammen im Auto fahren? Nein. Zusammen auf einem Boot? 1,5m Abstand? Jein...

Für den ersten Tag entschieden wir uns für die ganz sichere Variante. Jeder fuhr mit dem eigenen Boot los und wir trafen uns erst an der Slippe. Kein Handschlag...

Tatsächlich war am Fluss erwartungsgemäß wenig los, nur ein anderes Boot slippte kurz nach uns ein. Es war mit drei Anglern besetzt, soviel dazu...

Für mich stand dieser erste Tag auch ganz im Zeichen der ersten Tests mit meinem neuen Livescope System. Ich fand mich recht schnell hinein, auch wenn es sicher noch viel Übung braucht.

Leider war bei mir zusätzlich ziemlich der Wurm drin. Es begann schon mit einer nicht funktionierenden Elektrik am Elektromotor. Bevor ich damit fertig war, verging schon eine gute halbe Stunde.

Meine erste Angelstelle lieferte keine Resultate, aber als ich dann bei Daniel vorbeifuhr, hatte dieser schon einen Fisch im großen Kescher. Das war mal gutes Timing! Ich machte Bilder von einer stattlichen genau 100cm langen Hechtdame. Für Daniel also ein mehr als gelungener Start in das Jahr 2020!

An meiner zweiten Angelstelle lieferte mir das Livescope System dann erste beeindruckende Bilder vom Unterwasserleben. Ich konnte dort insgesamt 4 Zander fangen und bei allen konnte ich den Anbiss quasi live mitverfolgen. Wahnsinn! Leider trieben mich andere Fische aber auch in den Wahnsinn, denn diese verfolgten meinen Köder manchmal mehr als eine Minute ohne zuzupacken, um dann wieder abzudrehen.

Daniel fing in der Folge noch einen weiteren Hecht mittlerer Größe, so dass wir mit insgesamt 6 Fischen, sortenrein nach Anglern verteilt, den Angeltag beendeten.

Erwähnen möchte ich noch zwei weitere Dinge aus dem Bereich Pleiten,Pech & Pannen: Meine Polbrille liegt jetzt auf dem Flussgrund und die Halteplatte der Echolotgeber meinte dann auch dass sie sich einfach während der Fahrt einmal vom Heckspiegel lösen müsste. Nicht mein Tag, nicht mein Jahr bisher, und für die Schonzeit wieder "Montagearbeit"...

Am zweiten Tag ging es aufs große Wasser. Wir reisten wieder mit zwei Autos an, entschieden uns aber bewusst für ein gemeinsames Angeln auf Daniels Boot. Nun, meins war ja auch nicht ganz einsatzfähig...

An der Slippe trauten wir unseren Augen nicht, so viele Trailer standen schon da und es herrschte reges Treiben. Natürlich alles mit dem gebotenen Abstand zueinander.

Keine zwei Minuten war mein Köder im Wasser, da zappelte schon der erste Fisch, ein kleiner Hecht, am Haken.

Daniel ließ einen kleinen Zander folgen und dann kehrte Ruhe ein, zumindest unter Wasser. Der Nordostwind hatte eine ordentliche Welle aufgebaut und zwang uns zum ersten Platzwechsel.

Es war zäh. Um die Mittagszeit konnte ich noch einen Minihecht und einen kleinen Zander fangen, dann war erst einmal Mittagsschlaf angesagt. Zweimal früh aufstehen forderte Tribut.

Den Nachmittag starteten wir mit dem Abwerfen einiger Flachwasserbereiche, und schon nach kurzer Zeit konnte Daniel einen Hecht verhaften.

Dann kam die "Kirsche des Tages". Nur unweit von der Stelle entfernt an der der Hecht kam, schlug es bei Daniel nochmal ordentlich in die Rute ein. Ich konnte kurze Zeit später eine echte Barschbombe keschern. Mit 49,7cm (die 50 hat er wirklich nicht gehabt) und satten 2,35kg war Daniels Barsch PB übertroffen. Da war einer happy!

Bevor wir den vorletzten Platz des Tages anfuhren gab es Besuch von der Wasserschutzpolizei. Angel- und Bootspapiere wurden von den freundlichen Herrn kontrolliert, und nebenbei gab es dann noch einen kleinen Hinweis auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit, oh oh... Corona & Co. war übrigens kein Thema.

Fangtechnisch kam noch ein Zander bei Daniel ans Band und ich konnte mit einem schönen Hecht auch für mich noch einen guten Fang verbuchen.

Am Ende sind wir froh nochmal raus gewesen zu sein, wenngleich auch zu Beginn ein mulmiges Gefühl mit an Bord war. Nun beginnt die Schonzeit, und wenn wir Ende Mai denn hoffentlich wieder los können, dann hat sich Tante Corona wenigstens die richtige (Schon-)Zeit ausgesucht. Allen Lesern von Herzen alles Gute und Gesundheit !

Kai

 

 

 

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.