September 2020 - Eine Woche auf Hecht

Wie schon in den letzten Jahren starte ich mit einer Woche Hechtangeln in die Herbstsaison. Am ersten Angeltag begleitete mich heute Uli, der, natürlich mal wieder wegen Tante Corona, das erste Mal in diesem Jahr mit mir aufs Wasser kam. Wir haben zwar noch ein langes Wochenende im November geplant, aber die neuen Regelungen zu Risikogebieten in den Niederlanden werfen schon wieder ihre Schatten voraus. Wir hoffen...

Samstag, 19. September 2020

Das kleine Dartsturnier am Vorabend mit unserem Gastgeber ließ uns ein wenig später ins Bett kommen als geplant. Trotzdem klingelte der Wecker natürlich früh und wir erreichten unseren ersten Angelplatz noch vor der Dämmerung. Zum Glück findet mein Boot den Weg mittlerweile fast allein smile.

In der ersten Stunde tat sich nichts, aber dann kam auch schon der erste Anbiss und der erste Meterfisch mit genau 100cm konnte präsentiert werden. Guter Auftakt!

Nur wenig später dann der nächste Biss. Im Drill verhielt sich der Fisch eigentlich ganz normal, aber als dann ein stattlicher 85er Zander zum Vorschein kam, war die Überraschung doch groß. Dieser alte Recke hat bestimmt schon so einiges mitgemacht...

Auch der dritte Fisch des Tages ging auf mein Konto. Ein sehr schlanker 91er.

Der muss sich noch ordentlich Winterspeck anfuttern!

Uli zweifelte schon an allem möglichen, aber bald war auch bei ihm der Schneider abgewendet, und das gleich mit einem Meterfisch. 103cm hatte die Dame, und sie stand schon ordentlich im Futter!

In der nächsten Stunde war ich aus dem Rennen, während Uli noch einen 83er und einen 86er Hecht landen konnte.

Einer der Fische präsentierte uns im Kescher dann etwas nicht sonderlich appetitliches. Nicht nur einen ca. 40cm langen Artgenossen hatte er vorher verspeist, sondern auch noch einen kleinen Zander. Dieser Räuber hat sich wohl auf andere Räuber spezialisiert surprised.

Mehr und mehr machten uns die Freizeitkapitäne zu schaffen, was bei dem Wetter nicht verwunderlich war. Nachdem mir dann ein Motorboot meine Montage abgerissen hatte, entschieden wir uns in einen anderen Abschnitt zu wechseln. Auch hier konnte Uli recht schnell zwei weitere Fische fangen. Einen 85er "Goldhecht" sowie einen weiteren Zander von 68cm. Irgendwie war das seltsam mit den Stachelrittern heute...

Im weiteren Verlauf des Nachmittags gab es dann keine weiteren Aktionen mehr, was bei diesem schönen Wetter nicht verwunderte. Zufrieden beendeten wir den ersten Tag und Uli machte sich kurze Zeit später auf den Heimweg. Am Donnerstag wird er mich noch einmal für einen Tag beehren.

 

Sonntag, 20. September 2020 - Heute war was los...

Die Überschrift lässt schon vermuten dass heute kein ganz normaler Angeltag war. Nein, wir haben nicht außergewöhnlich viel und auch nichts wirklich spektakuläres gefangen (obwohl die Fänge teils sehr gut waren), aber heute passierten einige Dinge die eben nicht so häufig vorkommen.

Seit gestern Abend ist Dieter hier mit von der Partie und wird mir bis Mittwoch Gesellschaft leisten. Zunächst musste er gestern natürlich auch mit zum abendlichen Dartsturnier, und er schlug sich wie immer gut! Der Wecker klingelte heute wieder recht früh und genau wie gestern waren wir noch vor dem Hellwerden auf unserem Angelplatz angekommen. Da es hier gestern ganz gut lief, entschieden wir uns für den gleichen Platz den ich mit Uli befischt hatte. Leider zeigten sich die Hechte viel länger passiv als gestern, denn erst nach ca. 2 Stunden tauchte mein Pencil das erste Mal ab. Als Entschädigung für die "lange" Wartezeit zeigte das Maßband wie gestern beim ersten Fisch genau 100cm. Genau wie gestern? Das wird doch nicht... Doch ! Tatsächlich brachte ein schneller Fotovergleich sofortige Gewissheit: Es war der gleiche Fisch den ich bereits gestern gefangen hatte. Wer es nicht glaubt der vergleiche das folgende Foto mit dem ersten Foto in diesem Bericht! Die kreisrunde Maserung oberhalb der Afterflosse ist untrüglich. Sowas haben wir bisher nur sehr selten erlebt!

 

Nach einer halben Stunde Pause folgten in kurzer Abfolge ein 82er und ein 90er, bei Dieter blieb leider bis hierhin alles ungewollt ruhig.

Die Sonne brannte mittlerweile, der Wind schaffte es dann und wann unser Boot etwas zu versetzen so dass wir gut beschäftigt waren. Die Freizeitschifffahrt kam auch ganz gut voran, es wurde "busy".

Dann, schon recht unerwartet ob der fortgeschrittenen Zeit, wieder ein recht vorsichtiger Biss bei mir. Der Anschlag saß und sofort war klar dass hier kein kleiner Fisch am anderen Ende heftige Gegenwehr leistete. Plötzlich war es passiert, der Fisch kreuzte alle anderen Angelschnüre und ein heilloses Durcheinander nahm seinen Lauf. Der Hecht war dann irgendwann im Kescher, aber daneben quasi alle verfügbaren Angelschnüre ineinander verknotet... Ich war gerade dabei den Fisch zu enthaken als Dieter plötzlich sagte: " Da ist noch einer dran" Was? Tatsächlich war an meiner anderen Rute während dieser Aktion auch noch ein Hecht eingestiegen. Und jetzt? Die Rute war quasi "außer Gefecht" , weil an Einkurbeln nicht mehr zu denken war bei dem Schnursalat. Ich beließ den ersten Hecht also im Kescher und versuchte mit der Schnur in der Hand den anderen Hecht zu "drillen". Bis kurz vor das Boot gelang es mir und der Fisch zeigte sich kurz an der Oberfläche (wir schätzten ihn auf ca. 90cm), aber im nächsten Moment kappte er leider die Hauptschnur. Irgendwie war er mit den Zähnen oberhalb des Vorfaches an die Schnur gekommen. Nun ja, die Chance den Fisch so zu landen war ohnehin nicht hoch. Ich konnte mich also nun voll und ganz auf das konzentrieren was noch im Kescher lag, und das war eine stattliche Dame von 110cm Länge!

Nachdem der Fisch wieder in sein Element zurückgesetzt war, kümmerten wir uns erstmal um das entstandene Chaos. Und ich kann euch sagen, es war wirklich ein ziemlich großes, welches im folgenden Bild eigentlich nur unzureichend gezeigt wird. 

Wir brauchten gemeinsam gefühlt eine Ewigkeit, Entwirren war zwecklos, alles musste neu montiert werden. Während dieser ganzen Aktion hatte ich eine meiner Angelruten kurz in einer Bootsklampe verklemmt. Meine Erfahrung ließ mich darüber nachdenken ob die Kohlefaser hierbei nicht Schaden genommen hatte undecided. Als ich diese Rute Fertig montiert hatte und auswarf, machte es dann auch schon "knack", und das war es dann.

Leider hatte sich meine Befürchtung bewahrheitet. Die ist hin! Aber ja, erstens habe ich noch genügend Ersatzruten dabei, und zweitens habe ich nun endlich einen Kaufgrund für zwei neue Deadbaitruten (auf einem "Rutenbein" kann man ja bekanntlich nicht stehen). Shit happens!

Der Betrieb auf dem Wasser wurde mittlerweile wirklich unangenehm und wir sprachen darüber kurzfristig den Angeltag zu beenden. Plötzlich jedoch ging mein Pencil tatsächlich nochmal auf Wanderschaft und ich konnte eine weitere stattliche Dame von 104cm fangen und damit den Angeltag sozusagen "abrunden".

Leider war der Angelgott heute ausschließlich mir hold, denn bei Dieter blieb bis zum Schluss alles still. Kein Zupfer, einfach nichts tat sich bei ihm, obwohl wir doch so nah beieinander angelten, genau wie eben gestern mit Uli. Manchmal versteht man es einfach nicht !

Morgen werden wir dem Platz Ruhe gönnen und einen anderen Sektor befischen, der Plan steht!

Montag, 21. September 2020

Der Tag erwartete uns mit 9 Grad und etwas Wind. Den Weg zum heutigen ersten Angelplatz fährt mein Boot noch nicht alleine, also war in der Dunkelheit etwas mehr Konzentration bei der Anfahrt nötig. Immer schön die Fahrrinne halten!

Unsere Erwartung an den Tag war, dass es durch die angekündigte Windstelle bei wolkenlosem Himmel relativ schnell vorbei sein würde mit dem Fischfang. So oder so ähnlich kam es dann auch.

Nach ca. 1 Stunde bekam ich den ersten Biss und konnte einen schönen 93er Hecht landen.

Endlich war auch Dieter an der Reihe, mit einem schönen 97er endete bei ihm die fischlose Zeit. Naja, klingt dramatisch, aber so lange war diese nun auch nicht...

 

Nachdem Dieter noch einen kleinen Fisch verloren hatte, kam bei mir noch ein 78er.

Gegen 11:30 Uhr hatten wir endgültig das Gefühl, dass an diesem Platz nichts mehr gehen würde. Die Sonne schien gnadenlos, auf dem Wasser nutzen viele Kapitäne nochmal das schöne Wetter. Wenn jetzt überhaupt noch etwas zu fangen war, dann wohl eher mit Posenschleppen. Tatsächlich konnte ich noch einen 72er Hecht verhaften, aber das war wohl mehr Glück als Verstand.

Wir beendeten den Angeltag gegen 14:00 Uhr. Morgen dann wieder ein anderer Platz!

 

Dienstag, 22. September 2020 - Der Vielfraßhecht

 

Gestern Abend fiel das Dartsturnier wegen Müdigkeit und einem beschäftigten Gastgeber aus, aber dafür entdeckten wir ein Fischgeschäft welches hervorragende kleine Menüs zu günstigen Preisen bietet.

Danach war dann ein bisschen Youtube Predator Cup angesagt.

Um 20:30 Uhr kam dann der Mann mit dem Hammer - schlafen war angesagt.

Der heutige Tag brachte mal wieder einige Veränderungen und Überraschungen mit sich. Schon als wir am frühen morgen das Auto beluden konnten wir kaum die Hand vor Augen sehen. Was für ein Nebel! Da der Wetterdienst nur eine knappe BFT 1 vorhersagte, ahnten wir schon dass uns der Nebel etwas länger beschäftigen würde.

Die Fahrt zum Angelplatz glich dann auch einem kompletten Blindflug. Gute Gewässerkenntnis und vor allem mein GPS erlaubten es uns mit langsamer Fahrt das Zielgebiet dann doch recht schnell zu erreichen. 

Am Angelplatz angekommen hatten wir bis auf eine Boje direkt neben uns erstmal nicht ausreichend Orientierung um genau zu ankern. Später mussten wir dann auch noch zweimal korrigieren, aber bis wir überhaupt etwas sahen dauerte es schon eine ganze Weile. Trotz "aufgegangener" Sonne wurde es lange Zeit nicht besser als auf dem folgenden Foto.

...da hatte selbst mein Iphone Probleme ein brauchbares Bild zu machen.

Zunächst tat sich auch nichts an unseren Ködern, aber nach ca. 2 Stunden erhielt Dieter dann einen sehr vorsichtigen Biss. Der Anhieb saß und recht schnell sahen wir an der Oberfläche einen dicken Hechtschädel. Viel Gegenwehr leistete der Fisch nicht, und als er im Kescher lag wussten wir auch warum. Dieser Hecht war unglaublich fett! Ich persönlich habe und ich denke auch Dieter hat noch nie einen Hecht dieser Größenklasse gesehen der so massiv war.

Dieser Hecht brachte nur 104cm auf die Messlatte, hatte ansonsten aber die Kategorie "Dreißigpfünder". Ein wahnsinnig toller Fisch ! 

Ca. 1 Stunde später konnte wiederum Dieter einen weiteren recht massiven Fisch landen. Vom Umfang her kein Vergleich, aber mit 106cm sogar noch zwei Zentimeter länger als der erste Hecht.

Erst gegen 12:00 Uhr schaffte es die Sonne den Nebel so langsam zu vertreiben.

Irgendwann war es dann nur ein einziger Ententeich, völlig windstill und wolkenlos. Unter Wasser waren erwartungsgemäß alle Fressaktivitäten eingestellt und wir hatten auch keine Erwartungen mehr. So beendeten wir den Tag gegen 13:00 Uhr und freuen uns jetzt schon wieder auf das Fischessen tongue-out.

Mittwoch, 23. September 2020 - endlich "Hechtwetter"

Temperaturen runter , ein schöner Südwestwind 3-4 Bft und endlich auch ein paar Wolken. Hechtwetter! Wir wählten heute wieder den Platz von Samstag und Sonntag, denn dieser hatte ja zwei Tage Ruhe vor uns. Das erste Schauspiel bot sich uns kurz nachdem es hell geworden war. Ein Ballonfahrer traute sich tatsächlich bei dem Wind in die Luft. Wir haben noch nie einen Ballon gesehen der so schnell war, vielleicht war das Auto heute morgen nicht angesprungen und man hat kurzerhand den Ballon genommen?

Leider dauerte es satte 2,5 Stunden bis der erste Hecht Gefallen an Dieters Köder fand, mit einem Hecht von 90cm war der Anfang gemacht.

Kaum war der Fisch zurückgesetzt, ging auch schon die andere Pose von Dieter auf Wanderschaft. Zunächst hatten wir das gar nicht bemerkt, weil der Fisch seelenruhig auf das Boot zukam und die Pose nicht unterging. 

Ein Fisch von 83cm konnte kurze Zeit später vor die Kam... - nein, konnte er nicht, denn der Hecht zog es vor aus Dieters Händen gleich wieder ins Wasser zu springen.

Bei mir herrschte bis dahin noch absolute Funkstille, aber nach einer weiteren Stunde konnte dann auch ich einen schönen 92er fangen.

Trotz der eigentlich perfekten Bedingungen und unserer Ausdauer ließ sich kein weiterer Fisch mehr blicken. Heute Abend ist dann wieder Wachwechsel, denn Dieter fährt nach Hause und dafür kommt Uli morgen für einen weiteren Angeltag mit an Bord. Vorausgesagt ist Westwind mit BFT 5 in Böen 7, na das wird lustig, aber wir gehen es an laughing.

Donnerstag, 24. September 2020

Gestern Abend wurde es etwas länger, drei nervenaufreibende Dartspiele mit Uli und Kees endeten leider mit knappen Siegen des Lokalmatadors. So gingen "erst" gegen 22:30 Uhr die Lichter aus.

Der Tag (und auch schon die Nacht) empfing uns wie erwartet mit heftigem Wind, als wir jedoch an der Slippe angekommen waren, schien es ein kleines Fenster mit etwas weniger Wind zu geben. Also nichts wie raus und zum für heute mit Bedacht ausgewählten Angelplatz.

An den Vortagen waren die ersten beiden Stunden unerwartet unproduktiv, aber heute sollte sich das ändern. Nach ca. 45 Minuten erhielt Uli den ersten Biss und schon wenig später schlossen sich die Maschen des Keschers um den ersten Hecht des Tages. 91cm, ein guter Start!

Die Sonne ging nun langsam auf und bis auf den nun doch stärker werdenden Wind war es ein wunderschöner Morgen. Viel Zeit diesen ausgiebig zu genießen hatten wir nicht, denn es machte sich der nächste Fisch an Ulis Köderfisch zu schaffen. Der Fisch war gerade gekeschert, da hörte ich plötzlich an einer meiner Ruten den Baitrunner. Wie schon so oft gab es mal wieder ein Beißfenster in dem alles auf einmal passierte. Kurz bevor ich meinen Fisch über den (noch besetzten) Kescher führen konnte legte Uli seinen Hecht in die Abhakmatte. Wenig später hatten wir also zwei, in diesem Fall sehr stattliche Hechte, an Bord. Beide Fische passierten die magische Metermarke. Bei Uli waren es tolle 104cm...

...und bei mir sogar 107cm !

Beide Fische wurden schnell wieder in ihr Element zurückgesetzt und wir waren guter Dinge dass das noch nicht alles gewesen ist. Leider frischte der Wind nun weiter auf und drehte auch noch leicht die Richtung, so dass unsere Anker einfach nicht mehr hielten. Stellenwechsel war also angesagt und damit verbunden ein heißer Ritt über die hohen Wellen die sich mittlerweile aufgebaut hatten. Aber auch an der neuen Stelle, welche eigentlich etwas geschützter aussah, war an ein vernünftiges Ankern nicht zu denken. So blieb uns letztlich nur eine Hafeneinfahrt, die aber erwartungsgemäß keinen Fisch brachte. Recht früh beendeten wir also den Angeltag und holten uns auf der Rückfahrt zur Slippe noch ein paar obligatorische Duschen durch die hohen Wellen ab.

Uli ist nun schon wieder auf der Heimfahrt und ich kämpfe mit mir ob ich morgen früh nach Hause fahre oder doch nochmal die Herausforderung suche. Der Wind soll zwar etwas nachlassen, wird aber immer noch so stark sein dass meine Stellenauswahl sehr begrenzt sein wird, und auf die Hafeneinfahrt habe ich keine Lust...undecided.

So oder so blicken wir auf eine sehr erfolgreiche Woche mit insgesamt 9 Fischen der Metermarke zurück. Nächste Woche dann wieder ins Büro, aber bereits am Freitag reise ich mit dem gesamten Team wieder an um für eine weitere Woche den Hechten nachzustellen. Die Motivation ist nach wie vor hoch cool.

Kai

 

 

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