Raubfisch(nette) Geschichten (27), Lilly & Kai

Junizeit = Angelzeit ! Nur eine Woche nach unserer Teamtour zum Auftakt der Saison bin ich mit Lilly schon wieder im gelobten Land. Nach der Anreise am Samstag haben wir am Nachmittag eine wunderschöne Windmühlenlandschaft besucht und uns von den Eindrücken verzaubern lassen.

Sonntag, 12. Juni 

Nach einem schönen Spaziergang fuhren wir am späten Nachmittag das erste Mail raus auf den Fluss. Der Versuch einen anderen Abschnitt zu befischen endete auf Grund der starken Windes in einer Nullnummer. Viel gefahren, einen Tankstellenbetreiber reichhaltig unterstützt und genau Null Fisch.

Zum Glück lag der danach befischte Bereich etwas "windgünstiger" und brachte auch schon nach kurzer Zeit den ersten kleinen Zander.

Ins Boot sprangen Sie nicht, aber das war zu dieser Tageszeit auch nicht so ganz unerwartet. Hier und da sammelten wir im trüben Wasser einen Zander ein. Meistens doch sehr in der Größe "Kindergarten", aber dann kam auch ein besserer Fisch bei Lilly.

Es wurde zunehmend ruhiger auf dem Wasser, denn an einem Sonntag bei recht schönem Wetter war doch eine ganze Menge los. Vor allem unsere Freunde des "Jetskis" wären wie immer lästig. Einer kam sturzbesoffen kurz an unser Boot heran und fragte nach den Fängen. Wir waren beide froh und beunruhigt zugleich, als er mit Vollgas wieder wegfuhr. Unverantwortlich!

Es begann zu dämmern und an einer recht tiefen Stelle stieg mir endlich ein guter Fisch ein. Zunächst dachte ich an 70+, aber schon bald merkte ich, dass es auch ein bisschen mehr sein könnte und bat Lilly den großen Kescher bereit zu machen. Ein toller Zander glitt kurz darauf in die Maschen. 84cm , damit erhöhte ich den Abstand zu meinem größten bisher an diesem Tag gefangenen Fisch um 44cm.

Happy !

Nach Einbruch der Dunkelheit konnten wir leider nichts mehr fangen, außer einem wunderschönen Vollmond über dem Wasser. Insgesamt hatten wir 7 Zander gefangen.

Montag, 13. Juni

Auch zu Beginn der Woche fuhren wir, diesmal etwas früher am Nachmittag, auf "Fangfahrt". An der Slippe war fast mehr los als am Sonntag, allerdings sahen wir auf dem Wasser nur ein weiteres Angelboot. Die Freizeitkapitäne haben Hochkonjunktur.

Leider gab der Wind wieder alles, aber zum Glück war die Windrichtung etwas "freundlicher". 

Von Beginn an spielten die Fische mit, aber so richtig Fahrt nahm das Ganze erst auf, als wir auf Grund des starken Windes einen anderen Abschnitt und damit eine ganz neue Stelle anfuhren. Hier war einiges los. Auch die ganz kleinen waren dort...

Hier gab es viele Aktionen und Fische.

Da es am Vortag nach Einbruch der Dunkelheit nichts mehr zu holen gab, slippten wir noch im Hellen aus, zwischendurch gab es aber nochmal einen schönen Zander für Lilly.

Insgesamt konnten wir 17 Fische fangen.

 

Dienstag, 14. Juni - Kim zu Gast

Heute war für mich wieder einmal die 03:00 Uhr Aufstehen-Nummer angesagt, denn während Lilly sich nochmal umdrehte nachdem Sie mich verabschiedet hatte, ging es für mich schon Richtung Slippe. Heute kam Kim für einen halben Tag mit. Wir hatten in den vergangenen zwei Jahren immer mal wieder versucht gemeinsam angeln zu gehen, aber es scheiterte dann doch jedes Mal. Vor ein paar Wochen kam mir dann die Idee, dass Kim uns doch einfach während unserer Urlaubswoche besuchen könnte. Gesagt, getan!

Als Kim ankam, hatte ich das Boot schon geslippt und sogar die Ruten waren startklar.

Eigentlich war alles perfekt komponiert für einen großen Fisch. Vollmond, Dämmerung und - der perfekt Platz. Würde es klappen?

Nein, hier gab es zu meiner großen Verwunderung keinen einzigen Kontakt. Dann mal weiter, aber auch die zweite Stelle lieferte nicht. Schon war die erste Stunde vergangen, und in der eigentlich perfekten Zeit war das Ergebnis einfach mal "NULL".

Danach kamen die Fische aber doch in Fahrt.

Auch die kleinen...

 

Es gestaltete sich abwechslungsreich. Kim ist natürlich etwas weniger routiniert, und so mussten wir die Kunst der Hängerlösens das eine oder andere Mal mehr als üblich anwenden laughing.

Der beste Fisch des Tages war ein fetter 73er.

Mit 16 Fischen auf der Habenseite ging es mittags vom Wasser. Schön war's !

Der Nachmittag gehörte dann wieder Lilly. Wir besuchten als erstes ein Angelgeschäft smilewink.

Nach einem kurzen Stadtbummel und dem zweiten Einkauf der Woche ließen wir dann den Tag bei Vanilleeies mit frischen Erdbeeren ausklingen. Was haben wir doch für eine furchtbares Leben...

 

Mittwoch, 15. Juni , Doppel PB

Nach einem schönen Stadtbummel am Vormittag fuhren wir gegen 16:00 Uhr raus. Der Sommer stellt sich langsam ein, mit 24 Grad war es sehr angenehm, vor allem, weil auch eine mittelmäßige Brise über das Wasser wehte. 

Die erste Stelle erreichten wir nach etwas weiterer Fahrt, denn dort erwartete ich zu dieser Tageszeit aktive Fische. Das funktionierte gut, denn kaum hatte Lilly angefangen zu angeln, erhielt sie auch schon die erste Attacke. Dieses Mal war der Fisch noch Sieger, aber schon eine Minute später zappelte der erste kleine Zander bei ihr an der Angel.

Nur wenig später meldete sich auch bei mir der erste Zander, und dieses Mal kam ein guter 71er zum Vorschein. Guter Start!

Dieser Bereich produzierte weiter einige Bisse, jedoch machte uns die ungewöhnlich starke Strömung das Leben etwas schwer. Also auf zum nächsten Platz.

Auch hier ging was, aber es waren ausschließlich kleine Fische. Wir wechselten auf die andere Seite des Flusses, obwohl dort der Wind das Steuern schwierig machte. Während es bei mir ruhig blieb, konnte Lilly zwei Bisse verzeichnen. Einen davon konnte sie verwandeln, und da war er dann, der erste Barsch der Tour und der erste ü40 für Lilly, neuer PB mit 43cm.

Es folgte das Abendessen. Wir hatten uns Nudeln mit einer leckeren selbstgemachten Soße mitgenommen und genossen dies in der Abendsonne. Für den Fall der Fälle hatten wir uns auch "Meterbier" mitgenommen, und wir dachten, dass der neue Barsch PB doch ein passender Anlass sei...

Wenn wir gewusst hätten, dass wir später nochmal ein kühles hätten gebrauchen können surprised.

Nach dem Essen kämpften wir uns langsam in Richtung Slippe vor, aber so richtig wollten die Fische nicht mehr. Auf der vorletzten geplanten Stelle erhielt Lilly dann einen heftigen Biss. Zunächst dachten wir an einen Hänger, aber es war tatsächlich ein Fisch. Harte Kopfstöße deuteten auf einen guten Zander hin. Fast war er in Sichtweite, da hakte der Fisch aus. So ein Mist ! Das wäre sicherlich Lillys bisher größter Zander gewesen.

Nach einigen ereignislosen Driften wollte ich dann zur letzten Stelle, aber Lilly sagte zu mir : " Ach komm, noch einmal bis zur Ecke". Ok, dann noch eine Drift. Tatsächlich, während es bei mir weiterhin still blieb, hakte Lilly einen... dicken Hänger, der auch noch in einem Komplettverlust der Montage endete. Ok, Sie montierte schnell alles neu (oh ja, sie macht das jetzt selber!), und los ging es zur allerletzten Drift bzw. deren Fortsetzung.

Wieder Einschlag bei Lilly, diesmal kein Hänger. Ein aufregender Drill folgte und ich musste schnell vom kleinen Kescher auf den großen wechseln. Zack, drin war der Zander. Ich schätzte gleich auf 80+, und obwohl der Fisch am Ende "nur" 78cm hatte, machte er sich auf dem Foto doch sehr gut. Zweiter PB für Lilly. Wir hätten sogar noch ein weiteres Bierchen gehabt, aber auf Grund der Temperatur desselben verzichteten wir auf diesen "Genuss" yell.

Wir beendeten den Angeltag mit insgesamt 10 Fischen. Die Lady an Bord machte heute aber definitiv die bessere Figur und hätte noch einiges mehr fangen können. Das mit dem kräftigen Anschlagen wird auch noch kiss.

Donnerstag, 16. Juni

Auch in Holland kündigte sich die kurze Hitzewelle an, Grund genug für uns den Freitag an der See am Strand verbringen zu wollen. Am Donnerstag ging es am späten Nachmittag aber nochmal mit dem Boot raus. Ich wollte mal einen Tapetenwechsel, deshalb schlug ich Lilly vor, ins Delta zu fahren um überwiegend werfend den Räubern nachzustellen. OK, machten wir. Dort am späten Nachmittag angekommen das übliche Bild: jede Menge Trailer, und nicht nur, aber wahrscheinlich auch weil in Deutschland Feiertag war, 2/3 deutsche Autos.

An der Slippe ging es dementsprechend zu wie im Taubenschlag, aber auf dem Wasser hat es sich natürlich wieder alles verteilt. Wir steuerten die erste Flachzone an, aber was sich uns dort bot war etwas unerwartet. Viel Kraut, ja, natürlich, aber so viel? Man konnte eigentlich nicht vernünftig fischen, es hätte wohl eher noch mit Oberflächenködern oder solchen die nah dran sind funktioniert, aber so ging es nicht. Es war auch kein "schönes" Kraut, sondern überwiegend Fadenalgen wie ich sie aus heimischen Gefilden kenne. Dazu kamen Millionen an kleinen Fliegen, die bei Null Wind ganz besonders nervig waren. Ich probierte es u.a. mit Spinnerbait, aber gleich beim ersten Wurf hatte ich eine Perücke geworfen und der nagelneue Maze Runner verabschiedete sich in den Fluten. Stimmung ziemlich unten...

Wir versuchten es noch an einigen anderen Stellen, aber es machte keinen Spaß. Also Plan B , eine Etage tiefer vertikalen. Kaum hatte ich meinen Köder absacken lassen, ein kurzer Ruck und - alles ab! Da musste ein Hecht sehr unglücklich nach dem Köder geschnappt haben, sauber durchtrennt das Fluo...

Lilly erhielt kurze Zeit später auch einen Biss und konnte den Fisch bis zur Oberfläche bringen. Hecht! Ein guter 70er sprang aus dem Wasser und war - ab! Na toll...

Ich konnte dann noch einen 44er Zander fangen bevor der Spuk auch im tieferen Wasser vorbei war. Das Delta zur warmen Jahreszeit ist nicht meins, aber einen Versuch war es mal wieder wert.

 

Samstag, 18. Juni

Mit einem leichten Sonnenbrand beiderseits vom Vortag am Strand fuhren wir noch ein letztes Mal auf den Fluss, bevor es am Sonntag einen Tag später als ursprünglich geplant wieder nach Hause ging. Es war sehr warm, nicht ganz so warm wie am Vortag, aber schon ordentlich. Da wir zunächst etwas die Sonne und das Wasser genießen wollten, waren wir schon gegen 13:30 Uhr an der Slippe. Voll. Also nicht unbedingt die Slippe, aber der Parkplatz. Da es in der Nähe wohl ein Radrennen gab, erhaschte ich wirklich den allerletzten brauchbaren Parkplatz für das Gespann. Auch auf dem Wasser war es erwartungsgemäß "druk". Ist gar nicht so schön auf dem Fluss mit Berufsschifffahrt auch noch den ganzen Freizeitkapitänen ausweichen zu müssen. 

Der Plan war, uns einen schönen Platz am Flussufer zu suchen. Leider hatte ich keinen schweren Anker dabei, so dass sich das Befestigen des Bootes als schwierig bis unmöglich herausstellte. Alles versucht...

Da waren wir einfach nicht gut vorbereitet und deshalb wurde es am Ende ein "Minnkota-Ankerplatz" in einer Buhne.

Wir angelten dann noch gut zwei Stunden, aber die Fische waren nicht besonders willig. Denen war es wohl auch zu warm. Vier Zander konnten wir noch überlisten, immerhin war dieser schöne 60er Abschlussfisch dabei.

Das war es dann erst einmal. Das Boot benötigt dringend einen ausgiebigen Putztag laughing.

 

Kai

 

 

 

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