September 2022 - Lilly & Kai auf Tour

Über drei Monate hatten wir nun keine Rute in der Hand, aber bei dem Sommer haben wir das eigentlich auch nicht vermisst. Als dann jedoch vor zwei Wochen die Temperaturen deutlich zurückgingen und Wind und (zum Glück) Regen wieder häufiger wurden, da fing es auch gleich an zu kribbeln! Zum Glück hatten Lilly und ich Ende September eine gute Woche Holland geplant...

Sonntag, 25. September - erster Angeltag

Nachdem wir gestern bei strömendem Regen unser Ferienhaus erreicht hatten, musste natürlich erst einmal alles ausgepackt und das Quartier bezogen werden. Es gibt Dinge, bei denen Regen besonders unangenehm ist, das gehört sicherlich dazu.

Am Abend gönnten wir uns ein feines Essen beim Thailänder. Jede Hoffnung darauf, dass die Inflation in Holland nicht so stark ist, wurden zerstört foot-in-mouth. Das Essen war jedoch jeden Cent wert. Satt und zufrieden ging es wieder nach Hause.

Um 05:30 Uhr klingelte der Wecker, und da wir beide auf das Frühstück im Haus verzichteten (Lilly aus Prinzip, weil Sie so früh nie etwas isst), waren wir zeitig an der Slippe. Leider machten uns drei Landsleute, die erhebliche Probleme hatten ihre kleine Nussschale ins Wasser zu bekommen, einen Strich durch die Rechnung. Das war etwas nervig. 

Ein wenig später als geplant lagen wir vor Anker und die Köderfische am Platz.

Schon nach einer halben Stunde zeigte sich der erste Hecht, ein schöner 89er.

 

Die Fische zeigten sich in bester Beißlaune. Auch Lilly konnte kurze Zeit später einen Hecht mit ebenfalls 89cm landen.

Weitere 4 Fische zwischen 78cm und 94cm folgten.

Lilly verlor noch einen Hecht kurz vor dem Boot und ein fetter 95er war an diesem Platz dann der Abschluss.

7 Fische bis 11:00 Uhr - das hätte schlechter laufen können. Zwar waren noch keine wirklich großen dabei, aber zu klagen gab es nichts.

Leider kam durch das gute Wetter auch viel Bewegung auf dem Wasser auf, da musste ein Plan B her. 

Während ich es vertikal mit großen Gummiködern versuchte, warf Lilly die Kanten zum Flachwasser ab. Zunächst blieb aber beides ohne Erfolg. Ein nochmaliger Wechsel der Angelzone sollte sich dann aber zumindest für mich sehr lohnen. Ich erhielt auf 4m Wassertiefe einen brutalen Einschlag, gefolgt von einem harten Drill. Lilly konnte dann nach einigen Minuten den ersten Meterfisch der Tour einnetzen. 102cm pure Power.

 

Gegen 14:30 Uhr, im Angesicht sich nähernder sehr dunkler Wolken, beendeten wir den ersten Angeltag. Morgen und evtl. auch übermorgen wird wohl wetterbedingt eher nicht gefischt, aber es gibt hier ja noch viele andere schöne Dinge.

 

Mittwoch, 28. September

Tatsächlich war das Wetter gestern und vorgestern derart verregnet, dass wir keine Minute daran gedacht haben mit dem Boot rauszufahren oder irgendwo sonst vom Ufer zu angeln. Wir haben es auch nicht bereut, denn die wenigen trockenen Phasen wurden schnell wieder von heftigen Regenschauern abgelöst, teilweise war der Regen ergiebig und dauerhaft. So ging es am Montag auf Shoppingtour und am Dienstag trafen wir uns nach einem faulen und gemütlichen Tag in unserem Ferienhaus am Abend mit einem befreundeten Pärchen und gingen zusammen essen. Schön war's ! 

Am heutigen Mittwoch stand dann aber wieder ein Angeltag auf dem Programm. An der Slippe waren wir diesmal ganz allein und alles ging schnell. Pünktlich zur Dämmerung standen wir auf dem ausgesuchten Platz.

Nach einer halben Stunde erhielt Lilly den ersten Biss, aber leider ging der Anschlag ins Leere. Nur wenig später war es Lilly's andere Rute, an der der nächste Biss kam. Diesmal passte alles und sie konnte ihren neuen PB mit 93cm in die Kamera halten.

Das ging ja gut los...

Es war wiederum Lilly, die den nächsten Biss erhielt. Wieder an der Rute, an der der erste Anhieb nicht erfolgreich war. Diesmal wurde der Fisch sicher gehakt. Viel Bewegung war nicht am Ende der Schnur, eher pure Trägheit. Aber das muss ja nicht immer schlechtes bedeuten. Der Fisch kam recht schnell an die Oberfläche, noch bevor er in der Nähe des Bootes war. Das machen oft die dicken...

Mit weiterhin recht wenig Gegenwehr kam der Hecht näher ans Boot, und als ich das den Schädel sah, waren meine Worte gleich : " 110+ ...". Routiniert glitt der Fisch in die Maschen, als würde er es schon öfter erlebt haben (hat er bestimmt auch). Voll, der Kescher war einfach nur voll... Lang, fett, einfach ein Bulle. Lilly war mit diesem Fisch überfordert, körperlich und auch emotional. Es blieb aber in diesem Moment nicht viel Zeit, denn auch an einem meiner Köder hatte sich nun ein Hecht zu schaffen gemacht. Da der Kescher "besetzt" war, musste eine Handlandung her. Es glückte.

Nun waren also zwei Fische gleichzeitig gefangen, also erst einmal ab in die Abhakmatte mit beiden.

Der kleine von beiden, also "meiner" hatte schöne 94cm...

Lillys Fisch...

Was für ein Ding. Lilly gab ihr Bestes, um diesen Fisch vor die Linse zu bringen, aber es ging einfach nicht besonders gut. Zur Messlatte war es noch kein Problem, aber danach war es ihr nicht möglich diese Hechtoma klassisch zu präsentieren. Trotzdem kam ein aussagekräftiges Bild zu Stande.

118cm ! Ihr eben noch aufgestellter PB war pulverisiert, und ich wage die These, dass dieser Hecht noch lange ganz oben auf ihrer Bestenliste stehen wird.

Am Platz ging es aber munter weiter. Es folgten bis zum späten Vormittag weitere 6 Fische , ein 95er bei Lilly (wäre ja auch ein PB gewesen...) und bei mir Hechte von 87,88,93,98 und 103cm.

Es war ein Feuerwerk !

Dazu gab es zwei weitere Fehlbisse, so dass wir fast keine Köderfische mehr hatten. Im weiteren Verlauf fischten wir noch etwas aktiv. Die Taktik war wie am Sonntag. Einer vertikal und einer werfend. Diesmal hatte Lilly das Glück und Geschick, zwei weitere Hechte zu fangen. Mit einem nicht gemessenen "Endsechziger" und einem 71er zwar nicht die größten, aber Lilly freute sich über die beiden vertikal überlisteten Fische. Der 71er durfte dann auch noch vor die Kamera.

Glücklich und zufrieden machten wir um 14:30 Uhr Schluss. Mit insgesamt 11 gefangenen Hechten war das sicher einer der besseren Tage!

 

Donnerstag, 29. September - anderes Bild

Der heutige Tag begrüßte uns mit satten 5 Grad und viel Nebel. Wir waren früh an der Slippe und dort auch fast alleine. Ein niederländischer Angler, solo unterwegs, war auffallend gesprächig. Schnell stellte sich heraus, dass er ehemaliger Karpfenangler ist und noch nicht lange den Hechten nachstellt. Fragen über Fragen prasselten auf mich herein, und obwohl ich ja eigentlich auch durchaus gesprächig bin, hielt er uns am Ende ein bisschen auf und ging mir sanft auf die Nerven. Zum Glück fuhr er dann in eine andere Richtung davon. Trotz dieser Verzögerung kamen wir zeitig am ausgesuchten Platz in einer anderen Ecke des Gewässers an. Trotz Nebels hatten wir gute Sicht auf die Posen, aber zunächst tat sich überhaupt nichts. Zunächst? Nein, es änderte sich während der nächsten 2 1/2 Stunden auch nichts an diesem Zustand. Keine Aktion. 

Schnell war alles wieder transportfähig gemacht und eine andere Stelle aufgesucht. Diesmal ganz in der Nähe zu dem Platz, der uns gestern diesen tollen Tag beschert hatte. Es dauerte dort nicht lange, bis sich der erste Hecht an meinem Rotauge zu schaffen machte. Der Anhieb saß und der Fisch konnte sicher gekeschert werden. 94cm zum Anfang.

Bei der späteren Sichtung der Fotos stellte sich heraus, dass ich genau diesen Fisch am Tag zuvor bereits gefangen hatte, da hatten wir ihn mit 93cm vermessen. Nun wird dieser Fisch über Nacht nicht gewachsen sein, also haben wir entweder gestern oder heute um einen cm falsch gelegen. Naja, ok...

Auch beim Hechtangeln passiert es nicht selten, dass Fische doppelt gefangen werden. Ich denke aber, dass es meistens nicht auffällt. 

Dieser eine Biss, dieser eine Fisch - das war es bis zum Mittag. Heute hatten sie definitiv keinen rechten Hunger. Wir genossen den sonnigen Nachmittag noch in der nahegelegenen Stadt. Morgen geht es dann vielleicht zum letzten Mal für diese Tour raus. Mal sehen ob der auserkorene neue Platz etwas liefert. Zur Not können wir es danach ja nochmal am "Hotspot" ausklingen lassen...

 

Freitag, 30. September

Nach einer kalten Nacht gab es am Morgen überraschend kaum Nebel. Wir waren ein wenig später als an den letzten Tagen unterwegs, aber da es an der Slippe heute keine Verzögerungen gab (der Holländer war zwar wieder da, aber schon rausgefahren), erreichten wir den Platz wieder im ersten Büchsenlicht. Wir waren gespannt was dieser Platz hervorbringen würde. Früher richtig gut, in den letzten drei Jahren eher enttäuschend. Leider schloss sich der heutige Tag nahtlos an die zuletzt gemachten Erfahrungen an, es gab in zwei Stunden keine Aktion. Meistens ist dann ein Stellenwechsel sinnvoll, und deshalb entschlossen wir uns, unseren "Hotspot" vom Mittwoch noch einmal aufzusuchen. 

Hier zeigte sich schnell, dass die Fische wieder am Platz waren. Gleich der erste Fisch war ein toller 105er, was für ein Start!

Auch bei Lilly ließ der erste Fisch nicht lange auf sich warten. Ein 87er.

Kaum hatte Lilly diese Rute wieder platziert, erfolgte auch schon der nächste Biss. Da hatte wohl jemand nur darauf gewartet. Lilly hielt bald Ihren zweiten Meterfisch in den Händen, ebenfalls 105cm. Natürlich kam uns gleich in den Sinn,dass es der gleiche Fisch sein könnte. Vergleiche der Bilder ergaben aber eindeutig, dass es unterschiedliche Fische waren.

Nachdem wir beide noch einen Fisch verloren hatten, machte Lilly mit einem 89er ihr Triple perfekt. Und auch ich konnte noch einen 92er nachlegen.

Gegen Mittag war es dann Zeit für eine andere Taktik. Nicht unbedingt weil wir keine Aktion mehr erwarteten, es war vielmehr der Wunsch nach etwas Abwechslung zum statischen Ansitz.

Lilly war schnell im "Vertikal-Modus"...

Aber so sehr wir uns auch mühten, wir konnten leider keinen Fisch mehr zum Anbiss verleiten. Gegen 15:00 Uhr war dann Schluss. Morgen stehen eine Wanderung und eine Stadt auf dem Programm, so dass wir heute den letzten Tag auf dem Wasser verbrachten. Schön war's !

Kai

 

 

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