Die zweite Tour in diesem Jahr für das "Kernteam" führt uns auch diesmal (hoffentlich) zum Hecht. Zumindest steht dieser Zielfisch im Fokus, wir nehmen aber auch die anderen...
Nach recht stauarmer Anfahrt und dem schnellen Bezug der (bekannten) Unterkunft fuhren wir erstmal zum Essen in die Stadt, bevor wir den Großeinkauf beim Albert Heijn erledigten.

Lebensmittel sind hier in Holland irgendwie richtig teuer geworden 🤔
Samstag, 18. Oktober
Dieter ging heute bei Daniel an Bord, während Guido sich zu mir gesellte. Da heute wohl der windärmste Tag werden sollte, entschieden sich beide Teams für Plätze auf einer großen Freifläche, wenn auch einige hundert Meter voneinander entfernt. Kaum waren Dieter und Daniel am Platz, und Daniel hatte gerade mal eine Rute platziert, da vergriff sich schon ein 84er Hecht an seinem Köderfisch. Dieser durfte ohne Foto zurück. Bei Guido und mir, und in der Folgezeit auch bei Daniel und Dieter, tat sich hier leider erstmal nichts mehr. Der Wind frischte doch etwas kräftiger auf, und fast zeitgleich mussten wir hier die Plätze verlassen, weil sich die Anker gelöst hatten. Die "Sturmanker" hatten wir wegen der Windvorhersage nicht mit...
Beide Boote entfernten sich in entgegengesetzter Richtung voneinander und während Dieter und Daniel "den Platz", der eigentlich immer etwas liefert, ansteuerten, fuhren Guido und ich um einiges weiter weg. Wir hatten eine ruhige Zeit, nichts ging.
Dieter konnte jedoch schon bald einen 92er fangen.

Und auch Daniel war etwas später erfolgreich, mit dem ersten Meterfisch der Tour. 105cm.

Diesen Hecht taufte man dann "Iphone-Beschmutzer"

Bei Guido und mir lief weiter wenig. Ich hatte einen leichten Zupfer auf Köderfisch, und Guido konnte eine Attacke auf seinen Gummifisch verzeichnen, als wir später aktiv zu Werke gingen. Das war es dann aber auch. Dafür hatten wir Kontakt mit dem größten Blesshuhnschwarm der Niederlande.

Währenddessen stieg Dieter auf ganz große Geschütze um...

Dieser Aal ist ein Köder 😱.
Gegen 14:30 Uhr strichen wir alle die Segel, und Guido und ich tragen zumindest für heute den 007 Schneider Titel.
Sonntag, 19. Oktober
Mit unveränderten Teams und unverändert hoher Motivation wurde heute der wettertechnisch wohl letzte gute Tag in Angriff genommen. Während Daniel und Dieter sich auf einen bekannten und i.d.R. recht produktiven Platz fokussierten, wählten Guido und ich wieder einen "Hochrisikoplatz" aus, das Risiko hier nichts zu fangen ist hoch 😄. Wir hatten aber auf Grund des Schneiders am Vortag einen Backup Plan: Sollte hier wirklich nichts gehen, würden wir als zweites den Platz ansteuern, wo man eigentlich nicht nichts fangen kann. Wir lagen gerade eine gute halbe Stunde vor Anker, als von Daniel und Dieter schon der erste Doppelschlag gemeldet wurde. 100cm für Daniel und sogar 109cm für Dieter. Dieters Fisch hatte eine ordentliche Macke an der Flanke, den erkennt man wohl (leider) gut wieder.


Bein uns ging leider wie befürchtet nichts, dafür fing Daniel schon den nächsten Meterfisch mit 104cm.

Dieter verlor einen guten Fisch im Drill und Daniel legte nach einem ebenfalls verlorenen Fisch nur zwanzig Minuten später mit dem nächsten von genau einem Meter nach.

Bereits 4 Meterfische dort, bei uns nicht mal ein Zupfer.
Natürlich kämpften wir mit unserer Entscheidung, und natürlich zog es uns nach gut 1,5 Stunden dann zum nächsten Platz, es wurde Zeit für einen Fisch!
Als wir den Platz ansteuerten mussten wir leider schon aus der Ferne feststellen, dass dieser besetzt war. Es waren genau die Holländer, die mich dort vor gut zwei Wochen gesehen hatten. Nun ja, so kann es gehen. Ist halt so...
Es blieben uns auf Grund der fortgeschrittenen Zeit in diesem Bereich nun nicht mehr viele Optionen, aber wir steuerten nochmals einen neuen Platz an, den wir auch noch nicht befischt hatten. Ging hier was? Natürlich nicht, wieder kein Treffer... Währenddessen kam der nächste Meterfisch bei Dieter, mit 107cm und megafett. Ausnahmsweise wurde der Fisch gewogen und brachte satte 10kg auf die Waage!

5 Hechte, 5 Meter - kann man mal machen! Währenddessen waren Guido und ich schon vertikal und mit geschleppten Köderfischen unterwegs. Tatsächlich hakte ich nach kurzer Zeit einen Hecht, der sich kurz unter der Oberfläche aber wieder aushakte. Dieser Fisch war allerdings auch nicht viel größer als meine Teekanne 😃.
Dann, endlich! Guido rettete mit einem 78er wenigstens noch die Bootsehre, aber für mich war der zweite Schneidertag in Folge eine Tatsache. Das ist mir zuletzt 2012 in Norwegen passiert. Oh.oh...

Gegen 14:00 Uhr war dann auch Schluss, morgen geht es mit veränderten Mannschaften und sicher deutlich schlechterem Wetter weiter. Noch motiviert? Ja klar!
Montag, 20. Oktober - Dieter Esser: It's lonely at the top 😇
Der Tag begrüßte uns heute erstmal mit Regen. Als wir an der Slippe ankamen pausierte dieser zwar, aber bereits als die Boote im Wasser lagen ging es wieder los. Naja, was erträgt man nicht alles für unser Hobby. Guido war heute bei Daniel an Bord, während Dieter mit mir ein Team bildete. Die Platzwahl konnte unterschiedlicher nicht sein. Dieter und ich steuerten einen bekannten und viel befischten Platz an (ich musste ja endlich mal den Schneider ablegen), aber Daniel und Guido suchten tatsächlich nochmal das Abenteuer, fuhren eine recht weite Strecke und starteten in unbekanntem Terrain. Leider lief alles nicht besonders überraschend. Daniel und Guido konnten in den ersten beiden Stunden erstmal nichts fangen, und erwartungsgemäß ging bei Dieter & mir mehr. Dieter startete mit einem 96er.

Mir fuhr erstmal ein Motorboot in eine Montage, aber während ich das Chaos entzerrte, kam auch bei mir endlich ein Biss. Bereits nach dem Anschlag merkte ich, dass sich da eher ein halbstarker vergriffen hatte. So war es auch, 76cm war dann nicht unbedingt das, was ich mir erhofft hatte. Der Fisch durfte dann auch ohne Foto schnell zurück. Dieter machte es dann wenig später besser. Mit 101cm war der erste Meter im Boot.

Die gleiche Rute brachte dann noch einen 92er.

Bei Daniel und Guido war trotz mehrfachem Stellen- und Taktikwechsel noch immer nichts zu vermelden. Aber da war ja noch Dieter, der mal eben einen 114er nach heftigem Drill landen konnte.

It's lonely at the top...
Endlich kam auch ein vielversprechendes Foto vom anderen Boot, aber als wir fragten, wie groß der Fisch denn war, kam nur die Antwort, dass man gar nichts gefangen hat. Fake News 🤪

Zur Rettung der Bootsehre fing Guido vertikal noch einen 75er. Daniel machte heute den 007 Schneider.

Morgen erwartet uns viel Wind und auch noch etwas mehr Regen. Aber was tut man nicht alles...

Dienstag, 21. Oktober - Kollision und Aufholjagd von Guido
Auch heute regnete es am Morgen auf dem Weg zur Slippe, nicht so wie gestern, noch stärker. Den zu gestern unveränderten Teams blieben heute auf Grund des starken Windes nur wenige Optionen. Also steuerten wir jeweils auf einigermaßen geschützte Plätze. Auf dem Weg zum Platz regnete es so stark, dass die Regentropfen wie Nadelstiche mein Gesicht malträtierten. Zu langsam wollte ich nicht fahren, dann hätten uns die Wellen sicherlich auch noch eine ordentliche Dusche verpasst. Die Kombination aus der schützend vor das Gesicht gehaltenen Hand, dem eingeschränkten Blick auf das GPS und der Dunkelheit waren nicht so ideal. Dann passierte es, da ich zu nah am Fahrrinnenrand fuhr, touchierte ich eine Fahrrinnenboje. Es schepperte ganz ordentlich und ein kleiner Schock glitt uns durch die Glieder. Zum Glück ist das Boot mit 4mm dicken Alu schon sehr stabil, mehr als eine kleine Delle an der oberen Einfassung und eine kleine Beule sind es nicht. Trotzdem dämlich und ärgerlich. 😐
An unserem Platz waren die Wellen doch höher als erwartet, trotzdem konnten wir zunächst gut ankern. Daniel und Guido hatten sich nah am Ufer verankert. Bereits nach einer guten halben Stunde, es war noch ziemlich dunkel, vermuteten wir einen Biss auf Dieters linker Rute, eindeutig sicher waren wir aber nicht. Plötzlich lief an der anderen Rute von Dieter der Baitrunner. Der Anschlag saß und ein spürbar großer Fisch verlangte Dieters Rute alles ab. Wir konnten den Fisch noch nicht sehen, da zog er unaufhaltsam unter das Boot. Man kennt den überwiegenden Ausgang dieser Situationen. So auch diesmal, der Fisch war Sieger. Viel Zeit zum Verschnaufen gab es allerdings nicht, denn die unter "Bissverdacht" stehende Rute signalisierte nun eindeutig einen Biss. Leider hatte sich wohl dieser Fisch zwischenzeitlich in einer Boje verfangen und konnte ebenfalls nicht gelandet werden. Dieter war dementsprechend gut gelaunt und musste erstmal zwei Ruten neu montieren. Ich? Ach, ich saß gemütlich daneben...
Guido hatte zwischenzeitlich einen 81er gefangen und Daniel verzeichnete einen Fehlbiss.

Die Wellen bei uns legten noch etwas zu, und dann löste sich auch schon der erste Anker. Nun war das Chaos perfekt, und dann kam noch ein kräftiger Regenschauer. Bombenstimmung an Bord.
Guido legte derweil mit einem 113er mal richtig vor.

Danach kehrte etwas Ruhe ein, die beste Zeit des Tages neigte sich dem Ende zu und ich hatte den Schneider schon wieder vor Augen. Daniel wohl auch. Es blieb einseitig, denn der nächste Fisch kam wieder bei Guido. Ein glatter Meter.

Etwas überraschend kam bei Dieter zum Mittag noch eine Aktion, ein schöner 97er.

Den Schlusspunkt setzte wieder Guido, mit seinem dritten Meterfisch des Tages, 104cm.

Fazit des Tages: Zweimal Schneider, einseitige Erfolge und trotzdem wieder tolle Fänge. Schade, dass Dieters erster Fisch nicht an Bord kam, der war gut... Furchtbares Wetter mit Aussicht auf deutliche Besserung für morgen.
Mittwoch, 22. Oktober - Alle Mann mit Fisch und gutes Wetter
Wie schon erwartet verabschiedete sich das schlechte Wetter bereits in der Nacht und uns erwartete ein stetig abnehmender Wind mit etwas Sonne. Die Teams wurden noch einmal gewechselt, so dass Dieter und Guido sowie Daniel und ich zusammen auf dem Boot waren. Platzwahl? Unspektakulär, die gleichen Plätze wie gestern, nur umgekehrt was die Boote betrifft. Das Rätsel darf der Leser nun selber lösen 😏. Kleiner Tipp ohne den es nicht lösbar ist: Daniel und ich fuhren mit meinem Boot raus.
Der erste Fisch des Tages kam tatsächlich bei mir. Ich konnte es kaum glauben, aber der erste Meter mit 105cm war mein!

Nachdem von Dieter ein verlorener Fisch gemeldet wurde, war wiederum ich es, der den nächsten Hecht fangen konnte. Wieder 105cm, auf definitiv nicht der gleiche Fisch.

Guido folgte mit einem 93er.

Nur Daniel hatte noch keine Aktion verzeichnen können, aber das änderte sich mit einem 106er.

Nun hatte auch Dieter mehr Glück und konnte einen 86er landen.

Somit durften wir den ersten Tag vermelden, an dem alle einen Fisch gefangen haben - schön!
Der nächste Fisch kam wieder bei Daniel, und zwar auf einem Spot sehr nahe am Ufer. Dort hatten wir nicht unbedingt etwas erwartet, aber einen Versuch war es wert. 91cm.

Guido fing etwas später dann einen mit 104cm. Also die Meterquote war wirklich wieder konstant hoch.

Den Schlusspunkt setzte Daniel mit einem "dünnen Hering" von Hecht vom ufernahem Platz. Dieser hatte tatsächlich schon wieder 105cm. Heute war also der 105er Tag 😂.

Wir versuchten es alle nach dem Mittag nochmal mit der aktiven Methode, aber das läuft in diesem Jahr überhaupt nicht. Auch heute gab es keinen Erfolg. Gegen 15:00 Uhr war dann Schluss. Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht so ganz klar, ob es morgen nochmal raus geht. Die Wetterprognose hat sich zwar merklich gebessert, aber neben dem starken, jedoch richtungstechnisch günstigen Wind könnte es viel Regen geben. Das wird heute noch ausdiskutiert...
Donnerstag, 23. Oktober - Mal was anderes
Wir haben gestern wirklich mit uns gerungen, uns aber letztlich gegen ein Angeln am letzten Tag entschieden. Da wir gestern Besuch aus dem Nachbarort hatten, wurde es auch ein wenig später, aber der Grund für die Entscheidung war das Wetter. Heute Nacht bis in den frühen Morgen regnete es wie aus Eimern, auch wenn ab 08:00 Uhr wie erwartet ein mehrstündiges Fenster ohne Niederschlag kam und der Wind zwar stark aber aus günstiger Richtung kam, hätte es sich irgendwie nicht gelohnt sich für einen kurzen Zeitraum dann doch noch einen nassen A... zu holen. Also schmiedeten wir uns ein alternatives Programm. Nach dem Frühstück fuhren wir zunächst in den Nachbarort um eine neue Bootsrampe zu begutachten, danach in den Blokker (Geschäft für Haushaltswaren). Auf dem Weg hatten wir zweimal Pech mit Brücken...

Danach erkundeten wir die Gegend auf der Suche nach interessanten Angelgewässern, insbesondere Poldergebieten. Wir fanden darüber hinaus einen sehr interessanten See. In dieser Gegend besuchten wir einen wirklich tollen neuen Angelladen, der ausschließlich auf das Raubfischangeln fokussiert ist und über ein tolles Sortiment verfügt. Mittendrin befindet sich ein Aquarium mit Barschen, Zandern und Rotaugen.

Danach ging es weiter auf Gewässersuche und -erkundung, bevor wir das nächste Angelgeschäft aufsuchten. Vorher noch kurz in die Stadt für ein kleines Kibbeling- und Lekkerbekessen.


Heute Abend gibt es nochmal ein (Männer)Festessen mit Steak, Pommes und Erbsen & Möhren. Lecker !
Fazit: An 5 Angeltagen konnten wir "nur" 28 Hechte fangen, aktiv ging so gut wie nichts und nur wenige Plätze lieferten. Sicherlich im Vergleich zu den letzten Jahren eher enttäuschend, aber was die Durchschnittsgröße angeht war es mal wieder außerordentlich. 16 Fische und damit mehr als die Hälfte aller Hechte erreichte oder überschritt die Metermarke. Zwei Hechte überschritten die 110er Marke.
Im nächsten Jahr fällt die Herbsttour in dieser Form einmal aus, weil Guido und ich einen Schwedentrip planen. Die nächsten Wochen werden aber sicher noch den einen oder anderen Bericht auf unsere Webseite bringen.
Kai