Schon kurz nach der Tour mit Guido verschlägt es uns (Kai & Lilly) schon wieder nach Holland. In der letzten Woche vor der Schonzeit sollten neben schönen Ausflügen natürlich auch die Fische ein wenig geärgert werden.
Für die Hinfahrt stand am Freitag eine Premiere an. Wir hatten uns immer mal wieder darüber geärgert, hier vor Ort keine Fahrräder zur Verfügung zu haben. Ja, sicherlich kann man sich welche leihen, aber das ist dann doch etwas anderes als die eigenen immer zur Verfügung zu haben. Was also machen, wenn der Fahrradträger auf der Anhängerkupplung ausscheidet, weil hier ja meistens das Boot dranhängt? Klar! Rauf aufs Dach! Also viel recherchiert welches System in der Lage ist, auch zwei e-Bikes zu tragen. Gar nicht so einfach, aber letztlich habe ich doch eine Lösung gefunden. Etwas mulmig war uns zu Anfang schon, aber wir schafften es gemeinsam ganz gut, die Räder auf das Autodach zu hieven und los gings... mit dem Pfeifen während der Fahrt 🤪.

Somit hatten wir diesmal alles dabei und parkten bei der ersten Rast wie ich finde zu recht auf einem LKW Parkplatz 💯.
Wir kamen heil an!
Das Wochenende verbrachten wir mit einem Rotterdam Besuch (natürlich vornehmlich auf dem Wochenmarkt) und am Sonntag stand dann die erste Fahrradtour mit gut 50km auf dem Programm.
Montag, 23. März - Das erste Mal aufs Wasser
Die Erwartungen waren auf Grund der bescheidenen Ergebnisse in der Vorwoche nicht hoch. Manchmal hilft das ja. Um 08:00 Uhr fuhren wir los und kamen erstmal in einen heftigen Stau. Gegen 10:00 Uhr waren wir dann endlich am ersten Angelplatz angekommen, an dem ich mit Guido letzte Woche in idyllischer Atmosphäre ein paar Zander fangen konnte. Diesmal war hier aber überhaupt niemand zu Hause und schnell ging es flussabwärts in eine Flachwasserzone. Da wir heute Ententeich und Sonnenschein hatten, sollte hier doch vielleicht ein schöner Barsch zu fangen sein. Ich erklärte Lilly zunächst, wie man einen Twitchbait am besten führt. Der erste "Vorführwurf" brachte aber widererwartend gleich einen schönen Biss! Sofort war mir klar, dass dort am anderen Ende der Schnur etwas ordentliches hing. Der erste Gedanke "Großbarsch" verflog schnell. Der zweite Gedanke "schöner Zander" verflog ebenso schnell, denn das fühlte sich so gar nicht nach Zander an. Etwa ein Hecht? Von denen hatten wir bei den letzten Touren nun mal gar nichts gesehen! Aber es war einer, und ein richtig guter! Nach ordentlichem Drill an dem feinen Twitchbait-Geschirr konnte Lilly den 96er beim ersten Versuch einnetzen.

Das war ja mal ein Anfang! Zwei, drei Stellen weiter folgte dann die nächste Überraschung. Auf einen meiner Lieblingsgummifische bei Sonnenschein, "braun-Glitter", stieg mir ein toller 46er Barsch ein. Der sollte doch eigentlich auf den Twitchbait... naja, egal.

Nur 10 Minuten später auf der gleichen Drift dann schon der nächste, mit 43cm nicht ganz so fett, aber doch wieder ein toller Fisch!

Wenn auf einer Drift zwei so schöne Barsche einsteigen, dann muss man doch nochmal mit dem Twitchbait... Gesagt, getan! Zweiter Wurf, Biss! Bestimmt ein Barsch dachte ich zunächst, aber das passte wieder nicht. Irgendwie benahm sich das Gegenüber etwas komisch. Brasse quer? Rapfen? Aland? Nein, der Gegner entpuppte sich abermals als schöner Hecht, der wieder ordentlich Rabatz an der leichten Rute machte. Mit 92cm nur wenig kleiner als der erste, aber nicht so fett. Dafür war er irgendwie schöner.

Also ich muss schon sagen, dieser Twitchmaster kann was!
Wo waren die Zander? Das Wasser war natürlich auf Grund des ausbleibenden Regens noch etwas klarer geworden, aber so gar keine Zander? Und außerdem - was war mit Lilly? Sie hatte tatsächlich noch keinen Biss bekommen...
Am nächsten Platz kam dann endlich der erste Zander, und mit 60cm gleich ein schöner, dem man den kleinen "Laichbauch" schon ansah.

Spätestens jetzt konnte ich mich gut in Lilly hineinversetzen. Bei allem "Gönnen", das fühlt sich doof an.
Dann aber platzte auch bei Lilly der Knoten, mit dem zweiten Zander des Tages.

Nachdem ich etwas später noch einen weiteren Zander fangen konnte, kehrte Ruhe ein. Am späten Nachmittag fuhren wir noch einmal an die Stelle zurück, an der ich den letzten Zander gefangen hatte. Hier war jetzt Lilly an der Reihe. Drei Fische konnte Sie haken, jedoch gingen alle drei nach kurzem Drill wieder verloren. Jetzt hatte sie der Ehrgeiz gepackt und wir legten noch ein paar Zusatzdriften ein. Leider kam nichts zählbares mehr dazu und so beendeten wir den Tag mit zwei Hechten, zwei Barschen und drei Zandern. 7 Fische scheint sich zu einem Standardergebnis zu entwickeln. Die Slippe ist übrigens ab sofort für breitere Boote nicht mehr zu gebrauchen, der von diversen Schiffen und Arbeitsplattformen übriggelassene "Spalt" reicht noch gerade so für uns...

Freitag, 27.März 2026 - schwere Zeiten am Fluss
Nach drei wettertechnisch schwierigen Tagen mit viel Wind und einem Temperatursturz am Mittwoch nutzten wir den letzten Urlaubstag um nochmal rauszufahren. Diesmal gab es keinen Stau auf der Hinfahrt (dafür auf der Rückfahrt...) und wir waren schon um kurz nach 9 Uhr auf dem Wasser. Wir hatten schon damit gerechnet, dass der Abfall in der Temperatur (auch im Wasser fast um 1 Grad) nicht gerade förderlich sein würde, aber es war noch härter als gedacht. Nach 2 1/2 Stunden konnte ich wie aus dem Nichts in der flachen Steinpackung einen tollen 91er Hecht fangen, bis dahin von Fisch keine Spur...

In ungewöhnlich tiefem Wasser gelang es dann Lilly nach einer weiteren guten Stunde den ersten Zander zu fangen. Wir ahnten es schon, der musste vor die Linse 😀.

Wer jetzt meint, wir hätten doch einfach nur tiefer fischen müssen, sieht sich leider getäuscht. Den nächsten Biss erhielt Lilly dann wieder eher flach und es war ein anständiger Zander, der leider aushakte. Bei mir war nach dem Hecht wieder absoluter Totentanz. Mit diesen zwei Fischen beendeten wir den Angeltag. Wo mögen die Fische nur sein? Für das Laichgeschäft ist es mit gut 9 Grad Wassertemperatur eigentlich noch zu früh, aber ich vermute trotzdem, dass die Mehrzahl der Zander vor zwei, drei Wochen, als es dieses schöne und warme Wetter gab, schon weggezogen sind. Die Hechte hingegen scheinen fertig zu sein, ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass ich hier mal mehr Hechte als Zander gefangen habe. Wie dem auch sei, man kann nur hoffen, dass es zum Saisonstart einigermaßen "normal" läuft, denn das hier ist momentan schon hartes Brot...
Kai